Japantag 2017 – Die Ruhe vor dem Sturm

Hallihallo, da bin ich wieder ^^

Verdammt lange ist es mittlerweile her, als ich das letzte mal einen Blogeintrag verfasst habe – das war damals noch in Japan, August 2015! Jetzt bin ich zurückgekehrt und berichte über ein Ereignis, was uns damals schon den Japanurlaub ein wenig eingeleitet hat: der alljährliche Japantag in Düsseldorf!

Auch dieses Jahr haben wir uns dazu entschlossen dort teilzunehmen. Wie üblich haben wir erneut ein Hotel außerhalb von Düsseldorf gebucht, um sorgenfrei hin- und herreisen zu können. Damals 2015 waren wir noch in Velbert, letztes und auch dieses Jahr haben wir uns den Ort Mettmann ausgesucht, welcher nahe des Neanderthals liegt. Unser Hotel war die „Alte Fabrik“, welche mit 3 Sternen einen recht soliden Aufenthalt garantiert. Warum wir uns ein Hotel buchen? Ganz einfach: Ritti und ich kommen von weiter her (ritti sogar noch um einiges mehr als ich) und wir würden beide einfach zuviel Zeit verlieren, wenn wir am Tag selbst anreisen würden. Die Gefahr, zusätzlich in endlos langen Staus hängen zu bleiben, ist überdies durchaus möglich, also einigten wir uns auf eine komfortablere An- und Abreise in Form einer Wochenendaufenthalts.

Die Anreise war aufgrund der zahlreichen Baustellen (und bei mir sogar aufgrund eines Unfalls kurz vor Mettmann) ein wenig beschwerlicher, aber da es mittlerweile in Deutschland zur Gewohnheit geworden ist, haben wir uns nicht davon aufhalten lassen. Das Einchecken verlief sorgenfrei, die erste Einrichtung unserer Gerätschaften problemlos und das Einnehmen einer warmen Mahlzeit beim Pizzamann unseres Vertrauens wohlwollend und freundlich. Und da ritti und ich uns nach langer Zeit wiedergesehen haben, mussten wir uns erstmal gegenseitig fotografieren 😉

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Am Rande ist hier noch zu erwähnen, dass wir eigentlich vorhatten, mit zwei weiteren Damen zum Japantag zu gehen. Recht spät viel uns auf, dass wir es versäumt hatten, ihnen eine Uhrzeit zu nennen, damit wir uns vor Ort am Düsseldorfer Hbf treffen können. Mehr dazu später.

Nach einer ruhigen Nacht begaben wir uns in den Frühstückssaal, um uns für den Tag zu stärken. Ein Standardfrühstück bestehend aus Eiern, Brötchen, Nutella, Marmelade, Croissants, O- und A-Saft, Kaffee sowie mehrere Sorten Cornflakes konnten uns bestens vorbereiten. Danach gingen wir nochmal kurz zurück ins Zimmer, um unsere letzten Sachen zu packen und um uns zur Bahnstation aufzumachen. Glücklicherweise war diese nur gerademal eine Minute vom Hotel entfernt – einfacher geht es schon fast gar nicht ^^ Auf dem Weg dorthin fanden wir ein amüsantes Kennzeichen, welches den Tonus des Tages setzen sollte.

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Innerhalb von gut 25 Minuten waren wir dann schon am Düsseldorfer Hauptbahnhof angekommen. Wir waren bereit und es konnte losgehen ^_^

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Für alle, die es immer noch nicht wissen sollten, was wir eigentlich darstellen: hier ein kleiner Hinweis. Um es im weiteren Verlauf kurz zu halten, werde ich die Situation erklären: die von uns dargestellte Figur ist in Japan im Jahr 2015 innerhalb von wenigen Wochen zu einem absoluten Kult geworden und zierte zahlreiche Läden und Cafés. Der Hype ist auch jetzt 2 Jahre später keineswegs abgeklungen, wie sich im Laufe des Tages herausstellen sollte…

… denn keine 10 Sekunden (!!) nach unserer Ankunft in der Eingangshalle des HBF wurden wir schon mit „Umaru-chan!!!“ angesprochen, bzw. von der Seite angesprochen. Das sollte sich auch bis zum Verlassen eben jener Eingangshalle noch einige Male wiederholen 😉 Hier und da wollten uns auch einige kostümierte Leute, überwiegend junge Damen, umarmen. Warum eigentlich nicht, immerhin sehen wir doch sooo putzig aus 😀

Draußen in der mittlerweile stärkeren Nachmittagssonne folgten wir einer größeren Gruppe Richtung Rheinufer, wo quasi das Epizentrum des Japantags gelegen war. Mehrere Kilometer Fußmarsch standen an, aber das hat uns kein bisschen gekümmert, da wir diese Strecke in den zurückliegenden Jahren unzählige Male abgespult hatten.

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Nach einer guten halben Stunde sind wir dann endlich angekommen. Begrüßt wurden wir von dieser Kollegin, der ein interessantes Schild bei sich trug. „Why so serious“ könnte für viele Menschen zutreffen, die das ganze Jahr über einen auf Ernst und Taff tun müssen, aber an einem Tag wie heute einfach nur scherzen und lachen können, bzw. sollten. Denn wie heißt es so schön? Jeder Tag ohne ein Lächeln ist ein verlorener Tag :) Ich merke gerade, dass ich einen Tick zuviel Sinnhaftigkeit da hineininterpretiere. Ich fahre dann mal besser fort ^^

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Anfangs noch recht überschaubar, füllten sich doch stetig nach und nach die Straßen. Soviele Menschen, soviel zu sehen. Einfach nur herrlich! Was aufgefallen war: hatten wir letztes Jahr noch den Eindruck, dass der Anteil an Cosplayern zurückgegangen sei, so mussten wir feststellen, dass dies in diesem Jahr keineswegs der Fall gewesen ist.

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Die Rheintreppe stellte immer wieder einen beliebten Ort zum Verschnaufen dar. Auch dieses Jahr konnte man sich nach stundenlangen Herumschlendern einfach mal hinsetzen, eins erzählen, einen Happen essen oder diverse alkoholische Getränke zu sich nehmen^^Für das abschließende Feuerwerk würde ich die Rheintreppe gar als „Logenplätze“ bezeichnen. Macht euch aber keine falsche Hoffnung, denn diese Plätze sind i.d.R. immer als allererstes besetzt.

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Nach bereits gut 2,5 Stunden war unser Fazit bislang: überraschend viele Leute, die unseren dargestellten Charakter kennen – und ihn auch gerne herzlich drücken :3 Das erfreute uns sehr, und ganz besonders mich ^^

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Doch der Japantag war nicht nur dazu da, um zahlreiche so genannte „Cosplays“ (dt. Kostümspiel, Darstellung eines bestimmten Charakters) zu erblicken, sondern auch, um der japanischen Kultur näher zu kommen. „Way of Life“ würde man das heutzutage coolerweise bezeichnen, aber das nur am Rande. Ein Beispiel war die Darstellung der Yumi (Info), den japanischen Langbögen. Diese erreichen ihr Ziel auch bei gut und gerne 2000m Entfernung! Die wahren Scharfschützen!

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Doch was wäre Düsseldorf ohne seine Fortuna – kurze Info am Rande; die Fortuna Düsseldorf befand sich einen Tag vor einem wichtigen Heimspiel, dem letzten der Saison und vor dem hoffentlichen Klassenerhalt. Infostände sollten die Fans und Unentschlossenen nochmals mobilisieren, um am nächsten Tag im Stadion der Mannschaft die Daumen zu drücken.

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Zurück aber zum Wesentlichen: sehr oft gab es Cosplayer, die eine Armee- oder Kämpferfigur verkörperten. Sehr oft wusste man nicht, ob es sich um Cosplayer oder um richtige Polizisten handelte. Erst beim genaueren oder zweiten Hinschauen war man schlauer. Links neben den beiden Soldaten übrigens der Hauptcharakter aus der Serie Chobits

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Irgendwann später merkten wir, dass die Kraft schwindete. Nahrung und Flüssigkeit musste her, also eins der unzähligen Getränke- und Speisenstände konsultiert und sich die ein oder andere Köstlichkeit unter den Nagel gerissen. Ich entschied mich für Manju, einem Hefeteig gefüllt mit Hackfleisch und Gemüse. Klingt lecker, war es auch; darum kam ich auch nicht mehr dazu, noch ein Foto zu machen. Dazu ein kühles Kirin-Bier, um mich ein wenig abzukühlen. Ritti entschied sich abermals für seine Sushi-Auswahl sowie Calpis Soda, einer japanischen Limo, die nach Sprite schmeckte, jedoch eher nach Milch aussah und ebenfalls einen milchigen Abgang hatte. Kurios, aber überraschend lecker und erfrischend!

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Nach mehrmaligen Auf- und ab am Rheinufer wurde es Zeit, wie schon letztes Jahr, in mein zweites Cosplay zu schlüpfen: L aus Death Note (wat?). Dies bedeutet für den Cosplayer, dass er eigentlich Barfuß laufen sollte, was ich aber aus Scheu die letzten Jahre immer vermieden hatte. Dieses Jahr war Schluss damit und so lief ich die nächsten Stunden, komplett in meiner Rolle, schuhlos über den Japantag. Eigentlich war es gar nicht mal so schlimm, wie ich es mir eigentlich vorgestellt hatte… Ein wenig posieren durfte natürlich auch nicht fehlen

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Und ich war nicht alleine! Auch diesmal haben mich zahlreiche Freunde der japanischen Popkultur erkannt und verkörperten sogar manchmal dieselbe Figur. Das bringt zwar womöglich das Raum-Zeit-Koninuum in Wallung, da es doch nur einen „L“ geben kann, aber heute durften wir mal ein Auge zudrücken *g* Die nette Dame hatte sogar figurtypisch etwas süßes für mich dabei und teilte dies auch mit mir. Den Fächer habe ich übrigens an einem ANA-Infostand erhalten; der Flugreisegesellschaft, welche wir zu unserer Reise nach Japan in diesem Jahr ebenfalls nutzen werden!

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Bislang war der Tag sehr interessant und erheiternd, aber irgendwas fehlte noch. Wer meine letzten Blogtexte gelesen hat, dürfte festgestellt haben, dass ritti und ich eine regelrechte Obsession für Takoyaki (Oktopus in Teigmantel) entwickelt haben; leider waren diese in den Essensbuden am Rheinufer bereits ausverkauft :-( Macht aber nichts, denn wir wussten schon vom Vorjahr, dass es an einer Stelle immer Takoyaki geben wird: im Japanviertel der Stadt. Auf zur Immermannstraße!

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Dort angekommen fanden wir prompt unsere heiß begehrten Takoyaki. Schon alleine das Angebot hat uns dermaßen strahlen lassen, dass wir mit unserer Freude die Verkäuferin mitangesteckt hatten und sie aus dem Grinsen nicht mehr hinaus fand ^^ Ittadakimasu!

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Ebenfalls nicht fehlen durfte unsere Lieblings-Süßspeise: Kakigori (Bröseleis mit Sirup). Das einzige, was uns ein wenig verärgerte, war die Menge des Sirups; diese hätte ein wenig großzügiger ausfallen können. Naja seis drum; wir fühlten uns wieder als wären wir in Kyoto am Fuße des Kiyomizu-dera-Tempels, wo wir diese Erfrischung das erste Mal zu uns nahmen^^

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Um jetzt die kulinarischen Themen des Japantags abzuschließen, habe ich mir ein paar Geschäfte weiter noch was für auf den Weg zurück zum Rheinufer geholt: ein Onigiri (Reisbällchen) mit „Hühnchen auf Teriyaki-Art“ – Füllung zubereitet

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Mittlerweile stellen wir uns auch immer mehr die Frage, wo unsere Damen momentan abhängen würden. Diese sollten uns eigentlich am Japantag begleiten, leider sollte sich herausstellen, dass wir sie mehrmals verpasst haben und sie mittlerweile wieder im Hotel seien, um sich auf eine koreanische Nachtparty vorzubereiten. Naja kann man nichts machen.

Zurück am Rheinufer haben wir uns nochmals ausgiebig die zahlreichen teils sehr aufwendig gestalteten Cosplays angeschaut. Eins davon fand ich richtig gelungen und war auch noch gleichzeitig die Hauptfigur eines Animes, welchen ich immer noch schaue: Assassination Classroom mit dem Hauptcharakter Koro-sensei. Koro (殺) ist hier das Kanji für „Mörder“ oder „Killer“, also der „Killerlehrer“. Schaut euch am besten mal den Anime an ^^ Da ich als „L“ in meiner Serie einem Mord durch einem göttlichen Wesen zum Opfer falle, ist dieses Foto für Kenner zwar etwas makaber, aber auf der anderen Seite einfach ein tolles Foto^^ Danke Koro-sensei!

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Übrigens haben wir dieses Jahr etwas anders gemacht als all die anderen Jahre: wir fahren jetzt öfter mal mit der U-Bahn! Dank eines 2-Personen Tagestickets konnten wir sämtliche öffentliche Verkehrsmittel nutzen und einiges an Zeit einsparen. Die Verbindungen wurde dabei extra für den Japantag aufgestockt und die Züge fuhren regelmäßiger. Das war angesichts der Menge an Leute auch bitter nötig, denn quasi ständig mussten wir auch mit einem ausgelasteten Handynetz kämpfen, da zuviele Menschen eine Funkzelle nutzten. Sich da abzusprechen ist eine Herausforderung!

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Mittlerweile war der Tag zeitlich schon ziemlich fortgeschritten und wir durften uns noch für wenige Stunden über einen spontanen Besucher freuen: unseren Freund Heiner, der nach dem Besuch des Drittligaspiels VfL Osnabrück gegen den mittlerweile abgestiegenen SC Paderborn 07 noch die Bundesligakonferenz geschaut und anschließend mit dem Zug nach Düsseldorf gefahren ist. Danke, dass du da warst. Wir haben alle nochmal so richtig herzlich gelacht 😀 😀

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Zum Abschluss gab es dann noch das traditionelle Feuerwerk! Ein wunderschönes Ende für einen gelungenen Tag!

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Nach dem Feuerwerk ist vor dem Feuerwerk – unfassbar riesige Menschenmassen stürmen in Richtung Hauptbahnhof, um wieder nach Hause oder ins Hotel zu fahren. Wer schlau ist, verlässt das Feuerwerksspektakel ein wenig früher und umgeht so dem unvermeidbaren Stau. Das haben wir auch gemacht, verabschiedeten Heiner an der Parallel-S-Bahn und stiegen in unsere ein. Ein langer, aber toller Tag liegt hinter uns, der wie schon vor zwei Jahren die Ruhe vor dem Sturm darstellt: unsere Reise nach Japan, Teil II. Freut euch drauf 😉

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Sichtlich ausgepowert von einem langen Tag verabschiede ich mich bis zum nächsten Blogeintrag von mir,

Euer dee~

Eine Reaktion zu “Japantag 2017 – Die Ruhe vor dem Sturm”

  1. Heiner

    thöhö

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