Mobil und satt in Japan – Futtern und Fahren im Land der aufgehenden Sonne

… ja, so nannte einer der Leser dieses Blogs das bisher Geschriebene. 😀
Hier ist (nach langer Zeit) mal wieder ritti, und damit Herzlich Willkommen zum vermutlich letzten (mehrteiligen) Artikel zum Thema „Japanreise 2015“.
Ich will hier noch ein paar Worte aus meiner Sicht loswerden und auch die ein oder andere japanische Kuriusität aufzeigen.
Es ist nun schon 4 Wochen her, seitdem wir aus dem Urlaub wiedergekommen sind und der Alltag im Berufsleben hat uns wieder eingeholt.
Aber gehen wir nochmal an den Anfang des Urlaubs zurück …

1. Aeroflot und der Flughafen Scheremetjevo

Schon lange Zeit vor der Abreise versuchte ich, mich über unsere Airline zu informieren. Man las da oft so Sachen wie „Oh gott, wollt ihr denn nicht heil ankommen?“ oder „Bedienung unfreundlich“ oder „Es laufen nur Filme über das Fischen an der Volga“ …
Gleiches gilt für den Flughafen. Angeblich findet man sich dort nicht zurecht und kein Schwein würde Englisch sprechen.
Ganz genau das Gegenteil war der Fall, der Flug war sehr angenehm. Eng war es sicher (mal abgesehen vom ersten Flug), aber das ist nunmal Economy Class, irgendwie ging es halt. Wir legten auch immer mal eine „Pause“ ein und liefen im Flieger rum. So oft ich die Stewerdess auch herbeigeklingelt hab, um etwas Wasser zu bekommen, ist auch nicht normal. Hatte aber ab Moskau Brand und die Becher waren doch aberwitzig klein. Es war aber nie ein Problem. Waren immer freundlich. Die Filmauswahl war reichlich, das Essen prima.
Von den 3 von uns besuchten Flughäfen fand ich tatsächlich Moskau-Scheremetjevo am angenehmsten.
Sicher, eine solche Schlange vor der Passkontrolle schreckt erst mal ab:

.. Aber das ging wirklich Ratzbatz. Und nach einer ähnlich schnellen Kontrolle im Scanner bot sich dann dieses Bild hier:

Die Geschäfte (und auch zB der im Artikel erwähnte Burger King) sind alle _hinter_ der Kontrolle. Man kann also Problemlos auch noch ne Flasche Wasser oder ähnliches mit in den Flieger nehmen. Das habe ich dann leider zu spät bemerkt. :(
Danach wiegesagt ordentlich Brand gehabt, 9h lang. Das war uns dann eine Lehre, denn wir hatten dann auf dem Rückflug ja Rubel getauscht. 😀

2. Die Ankunft

Nach der erwähnt Butterweichen Landung kamen ja als erstes die Kontrollen. Die von mir gefürchtete Kontrolle der Medikamente fand garnicht erst statt, denn der Schalter war ja zu.
All die Arztbesuche vorher, um kleinere Packungsgrößen für meine rezeptpflichtigen Medikamente zu bekommen, sinnlos. Aber naja, der Schalter hätte ja auch offen sein können.
Die Formulare bei der Immigration sorgten zwar erst für Verwirrung, aber das klärte sich schnell auf, und kamen zügig durch die Einreisekontrolle und bekamen unsere „Temporary Visitor“-Visa in den Pass geklebt.
Ach ja: Dort sind _mehrere_ Schalter offen gewesen, und so baute sich die meterlange Schlange binnen _Minuten_ ab! Sowas möchte ich mal in Deutschland erleben!! 😀
Dann Koffer holen (meiner war dank des geflickten Griffs in der Tat schnell auszumachen), und mit der gelben Zollkarte ab durch den Zoll. Tjah, und da waren wir dann also: Narita, Japan!

3. In Japan kommt nichts weg!

Meinen Rucksack ließ ich ja bekanntlich stehen, Hektik und Übermüdung durch Jetlag trafen aufeinander.
Viele Reiseberichte hatte ich gelesen, und immer wieder hieß es: In Japan kommt nichts weg! .. Und in der Tat: Nix geklaut, alles drin. Immerhin waren da meine Papiere, der ganze Technikkrempel und die rund 70000 JPY drin. Also kann man dieses „Gerücht“ wohl wirklich bestätigen: Es kommt in Japan nichts weg!
Das sollte sich ja dann später bei Dee seinem Rucksack nochmal wiederholen.

4. JR Pass und die erste Zugfahrt

Dann ging es zum JR Office, um an unsere JR Pässe zu kommen. Die Bürokratie dafür wurde ja erwähnt, aber die elendig lange Warterei dafür nicht. Wir standen ja schon ne ganze Weile vor dem Office. Das war ich glaube auch das einzigste Mal, dass wir auf irgendwas lange warten mussten. Innendrin wurde es seltsam, das Ende der Schlange war nicht richtig ersichtlich. Wir standen erst falsch.
Dann war es Zeit, erst mal zu Hause anrufen. Zu Hause war es 5 Uhr Nachts, aber da mein Vater um die Zeit eh für die Arbeit aufsteht, war das Ideal. Ein anderer deutscher Tourist fragte mich, wie ich da telefoniere. Aber ich hab tatsächlich einfach nur für die teuren 2,49 EUR/Min Roaming telefoniert. Nix besonderes. Das sollte dann nicht nochmal passieren, denn wir hatten ja dann andere Mittel und Wege.
So bekamen wir nach einem ganzen Stück Wartezeit nun doch unsere JR Pässe:

Diese Japan Rail Pässe ermöglichten uns, nahezu alle Verkehrsmittel der Japan Railway zu verwenden. Ausnahme waren vorallem die beiden schnellsten Shinkansen-Züge Nozomi und Mizuho. Aber so schlimm war das nichtmal, denn die Sakura und Hikari Züge fuhren ja bekanntlich auch ihre 270 km/h 😀
Überall gab es ja an den Bahnhöfen diese Schranken, in die man normalerweise sein Ticket steckt oder eine IC-RFID Bezahlkarte dranhält. Am Ende der Fahrt tut man das dann wieder an einer solchen Schranke, und wird entweder durchgelassen oder man muss nachzahlen.
Das traf für uns JR Pass Besitzer aber nicht zu. An diesen Schranken gab es an der Seite auch ein Office, wo ein Bahnmitarbeiter drinsitzt. Der kümmert sich um alle Belange, die nicht mittels der automatischen Schranken gelöst werden können, zB auch um Rollstuhlfahrer hindurchzulassen.
Diesem Mitarbeiter braucht man nur die JR Pässe zu zeigen, und man wird ebenfalls durchgelassen. Diese sind ja schon in Deutschland bezahlt worden. Für den N’EX Zug braucht man dringend eine Sitzplatzreservierung. Diese ist aber mit dem JR Pass ebenfalls kostenlos. Dies betrifft auch Reservierungen in Shinkansen-Zügen.

Nachdem wir also das erste Mal unsere JR Pässe einem Bahnmitarbeiter gezeigt hatten, befanden wir uns am Bahnsteig. Der Zug kam alsbald. Reingehen durften wir nicht sofort (wie man das irgendwie gewohnt war) sondern mussten erst warten, bis der Zug gereinigt wurde.
Aber dann gings auch schon los, wir saßen im N’EX Richtung Tokyo Station. Während Dee vor Müdigkeit einschlief, konnte ich das aus unerfindlichen Gründe nicht. Ich musste mir unbedingt die doch fremde Umgebung ansehen.

5. Next Station is Yotsuya. The Doors on the right side will open.

Aus dem N’EX ausgestiegen konnte man recht schnell feststellen, dass wir in Japan sind. Eine brüllige Hitze ging uns entgegen. Wir konnten nicht ahnen, dass das noch garnix war.
Etliche Rolltreppen ging es dann Richtung der orangenen Chuuou-Line. Dabei viel auch schon der Linksverkehr, der in Japan ja üblich war, auf. Auf den Rolltreppen standen die Leute auf der linken Seite, an der rechten konnten Leute vorbeigehen, denen es nicht schnell genug ging. Auch auf normalen Treppen geht man an der linken Seite hoch.
Im Zug der Chuuou Line fuhren wir dann bis Yotsuya. Beim Ausstieg viel uns auf:
– Was für eine Affenhitze hier!
– Lautes, sehr lautes, Rauschen und Zirpen
Ja, dieses Geräusch war ja auch sehr oft in den Animes zu hören. Es sind die Zikaden.
Insekten, die an Bäumen kleben und dort einen ziemlichen Lärm veranstalten.

6. It talks!

Nachdem wir unseren Marsch in sängender Hitze hinter uns hatten, und im Hotel eingecheckt haben, viel uns irgendwie auch gleich der Fahrstuhl auf: Doa shimarimasu, nana-kai desu (Türen schließen sich, siebter Stock). Aber das war ja nicht alles. Irgendwie scheint alles zu sprechen, auch Fahrzeuge, Automaten und Rolltreppen 😀
Zudem vielen wir irgendwo doch zuerst auf den „Trick“ rein, dass es dort kein Erdgeschoss gibt. 1F ist das Erdgeschoss, und B1 das erste Kellergeschoss. Nach oben und unten gibt es keine Grenzen.
Im Fahrstuhl des ersten Hotels war es zurecht verwirrend, da das „F“ fehlte und darunter ein Kanji war, wo man hätte annehmen können, es würde das Erdgeschoss darstellen. Diese waren aber lediglich zum öffnen und schließen der Türe:

Ja, und hier mache ich mal Schluss für heute. Es wird also doch wieder ein Mehrteiler werden ^^
Seid gespannt auf Teil 2.

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