Japan Tag 18: Das letzte Takoyaki

Hallo liebe Leser und willkommen zu unserem letzten Blogeintrag aus Japan:)

kaum zu glauben aber wahr: 3 Wochen sind seit unserer Anreise in Narita vergangen – es kommt uns wie eine Ewigkeit vor, da wir hier soviel schönes (und auch manchmal schlechtes) erlebt haben ^^ Eins steht jedenfalls jetzt schon fest – dieser Urlaub wird uns noch lange in Erinnerung bleiben, als ein einziges, großes Abenteuer in eine weit entfernte, fremde Welt ^^

Zu unserem heutigen Tag gibt es prinzipiell nicht mehr allzuviel zu erzählen, da wir die meiste Zeit damit verbracht haben, unsere morgige Abreise vorzubereiten. Jedoch wollten wir noch ein paar Kleinigkeiten erledigen, und von denen werde ich euch nun selbstverständlich erzählen 😉

Zunächst fing unser Tag schon recht früh um 8 Uhr an, da wir in unserem Ryokan japanisches Frühstück bestellt hatten. Wir verließen also in Yukatas unser Zimmer und begaben uns auf den 1. Stock (In Japan Erdgeschoss) in den Speisesaal. Dort angekommen wurden wir freundlich (wie immer) zu unserem Tisch geleitet und nach nur 5 Minuten war unser Essen auch schon bereit. Das japanische Frühstück war zu dem aus unserem ersten Hotel beinahe identisch; einziger Unterschied: es gab zusätzlich noch Süßkartoffeln als Beilage! Schmeckte ein wenig wie Birne, aber war halt von der Konsistenz her Kartoffeln ^^ Dazu gab es wie damals auch schon Reis mit Thunfisch, Seetangblätter (um diese um den Reis zu wickeln und dann ähnlich wie Onigiri zu essen), ein Stück Fisch, Misosuppe, geschnittene Möhren sowie Tofu in Algensalat. Ritti hatte dabei ein wenig Schwierigkeiten mit seinen Essstäbchen, sodass unser Frühstück ein wenig in die Länge gezogen worden ist. Während ich bereits fertig war, genoss ich neben grünem Tee zusätzlich noch Schwarztee mit Milch – auf die fein englische Art ^^

Nach dem Frühstück kehrten wir noch einmal ins Zimmer zurück, um uns ein wenig auszuruhen – allerdings nur bis ca. 10:10, da ab 10:30 – 15:00 Uhr alle Hotelgäste wegen Reinigung der Zimmer eben jene verlassen mussten. Da wir also viel Zeit zur Verfügung hatten, fuhren wir erstmal mit der Ginza Metro Linie nach Ueno, um von dort aus nach Tokyo zu gelangen. Dort wollten wir unsere Sitzplätze für den morgigen Narita Express nach Narita Airport Terminal 1 vorbuchen, um morgen nicht wertvolle Zeit zu verlieren, da unser Flug bereits für 12:00 Uhr angesetzt ist. Wir gingen also zum Reservierungsschalter und erhielten zwei Sitzplätze für den Narita Express um 09:00 Uhr – perfekt!

Danach wollten wir noch ein allerletztes Mal nach Akihabara – dieses Mal aber nicht wegen Figuren oder Meidos, sondern wegen Spielkonsolen und Spielmodule. Eine gute Anlaufstelle war dabei das „Super Potatoe“, welche alles mögliche anbot :)

Auf drei Stockwerken fanden wir die unterschiedlichsten Spielsysteme – da wir in Japan sind, tragen die Geräte selbstverständlich manchmal andere Namen; das Famicom („Family Computer“) ist z.B. bei uns das Nintendo Entertainement System (NES), das Super Famicom ist bei uns das Super Nintento Entertainement System (SNES).

Das Aussehen war beim Famicom im Vergleich zum NES ganz anderes und hatte auch wesentlich mehr Zubehör, wie z.b. das Famicom Disk System, welches es erlaubte, sowohl Spiele als auch Software auszuführen 😉 Das SNES sieht dabei fast so aus wie der SNES bei uns in Europa – einzig das Videoformat (NTSC in Japan, wie in USA) unterscheidet sich zu unserem (PAL) sowie die Beschriftungen von Konsole und Controller.

Die Spielmodule hatten i.d.R. andere Titelbilder als bei uns und die Namen waren überwiegend japanisch; Ausnahmen waren z.B. Final Fantasy. Mehrere Spiele konnten in den einzelnen Etagen ausprobiert werden, und eins kam mir dann auch recht bekannt vor 😉

Dabei schwelgte ich in Erinnerungen, da ich damals die europäische Version besaß :) Doch nicht nur beliebte Klassiker waren zu finden – auch eher unbeliebte Konsolen wie der gefloppte Virtual Boy ^^ Leider konnte das Probeexemplar nicht benutzt werden… stattdessen konnte man die Konsole direkt kaufen 😀

An einer Seite gab es unzählige alte Gameboy Spiele – eins davon hatten wir so nicht direkt erwartet – Pocket Densha 2! Dabei handelt es sich um die Gameboy Version von einer Spielereihe, wo man bekannte japanische Zuglinien wie die Yamanote oder Chuo Line selber nachfahren kann – inklusive der Musik und Ansagen an den Bahnstationen, die wir ja mittlerweile verinnerlicht hatten ^^ Die Gameboy Version ist allerdings eine Armenversion der Reihe und verursacht gleichzeitig Augen- und Ohrenkrebs 😀

Auch ein interessantes Famicom Spiel: Super Mario Bros. 2! „Moment mal“ werden jetzt einige sagen – „das sieht doch eigentlich ganz anders aus oder?!“ Stimmt; bei uns in Europa ist Super Mario Bros. 2 die mit Mariofiguren angepasste Version eines anderen japanischen Spiels namens „Doki Doki Panic“. Das japanische „Super Mario Bros 2“ ist bei uns auf dem SNES bekannt als „Super Mario Bros. – The Lost Levels“; im Umkehrzug ist unser „Super Mario Bros. 2“ in Japan bekannt unter dem Titel „Super Mario USA“ 😉 Ein wenig nerdig, aber dafür sind wir ja u.a. hier 😀

Nochmal zurück zu Pocket Densha 2 – für die „große“ Version unter PS1 bzw. PS2 gab es einen speziell für das Spiel angepassten Controller käuflich zu erwerben – diesen hatten wir auch heute nicht erwartet 😉

Ritti hatte sich dann auch in einem für einen Famicom umgeschaut. Als Besitzer eines NES wollte er natürlich auch mal native, japanische Spiele ausprobieren und wurde auch recht schnell fündig: einen Famicom inklusive Disksystem – leider war die Konsole mit 12800 Yen (~105€) erstens recht teuer – und zweitens recht groß und schwer! Schweren Herzens musste er also seinen Kaufdrang ablegen 😉

Ebenfalls vertreten waren Spiele für noch ältere Konsolen wie z.b. den Atari 2600 – einer der legendärsten Spiele für das System war in einer Glasvitrine ausgestellt und unverkäuflich, da es sehr sehr teuer und selten geworden ist – die Rede ist von „E.T. the extra-terrestrial“. Um dieses Spiel gibt es eine Story, die sich gewaschen hat: innerhalb von nur 6 Wochen, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft, sollte das Spiel fertiggestellt sein und ordentlich die Kasse klingeln lassen, also wurden Unmengen an Kopien angefertigt, um den erwarteten Ansturm standhalten zu können – leider floppte das Geschäft gewaltig und später wurden riesige Restbestände irgendwo in New Mexico vergraben. Es gilt als eines der schlechtesten Spiele der Konsole und gar als schlechtestes Spiel aller Zeiten. Das Thema wurde unter anderem im 2014 erschienenen Independent Film „Angry Video Game Nerd – The Movie“ aufgegriffen. Die Spiele wurden Jahre später wieder ausgegraben und haben wie bereits erwähnt stolze Preise auf Ebay und co. 😉

Auf der höchsten Etage fand man viele alte Arcade Spielmaschinen, die man nur ausprobieren, aber nicht kaufen konnte :)

Nachdem wir das Gebäude wieder verlassen hatten, begaben wir uns auf die Suche nach einem bestimmten Spieletitel – „Densha 2 go for PSP“! Oben hatte ich die Gameboy Version erwähnt, die leider den Ansprüchen keineswegs gerecht wird; die PSP Version dagegen kommt vom Aussehen her an die PS2 Version sehr nah heran und bietet realistische Umgebungen. Leider suchten wir vergeblich, da die PSP in Japan mittlerweile nur noch für so genannte „Visual Novels“ benutzt wird, also quasi Spiele mit einer verzweigten Storyline, die abhängig von den Entscheidungen des Spielers zu verschiedenen Ausgängen, bzw. „Endings“ führt – schade!

Gegen 14:30 Uhr fuhren wir wieder nach Asakusa zurück. Dort angekommen, gingen wir erneut Kakigori essen, jedoch diesmal nicht mit Wassereisgrundlage, sondern mit Milch – und wesentlich feiner gemahlen. Ergebnis: om nom nom!

Nach dem Eis hatten wir noch ein wenig Zeit bis 15 Uhr – wir holten also endlich mal ein paar Souvenirs und vertrieben uns mit ein wenig bummeln die Zeit ^^ Wieder zurück im Hotel starteten wir mit der Vorbereitung unserer Sachen für morgen – dabei mussten wir unser seit 3 Wochen in Besitz befindlichen „Pocket Wifi“ in seine Verpackung und diese in einem Umschlag legen, um ihn am nächsten Briefkasten einwerfen zu können – er geht dann wieder zurück an die Firma, die uns das Gerät ausgeliehen hat. Es hat uns stets gute Dienste geleistet an Orten, wo wir mal dringend Internet benötigt hatten :) Solltet ihr jemals nach Japan reisen – leiht es euch! Wir können es nur wärmstens empfehlen^^ Freundlicherweise hat die Empfangsdame im Hotel uns die Aufgabe abgenommen, das Gerät einzuwerfen, da wir keinen Briefkasten gefunden hatten 😉

Danach stand noch ein kleines Highlight des Tages an – ein letztes Mal im Onsen entspannen! Dieses Mal konnten wir unsere Kameras mitnehmen und mal ein paar Fotos machen, um euch zu veranschaulichen, wie man hier in Japan badet ^^

1) Das richtige Bad auswählen 😉

2) Kleider in einem der Körbe ablegen

3) Erst auf den Hocker hinsetzen, dann den Behälter mit Wasser füllen und sich erstmal abwaschen. Dann Seife und Shampoo auftragen und einwirken lassen. Erneut mit dem Behälter alles abwaschen und ggf. den Duschkopf zur Hilfe nehmen

4) Sauber wie man ist das heiße Becken (Onsen) betreten und für ca 5 Minuten entspannen!

Nach dieser Entspannung zogen wir uns nochmal fürs Ausgehen an und suchten zum letzten Mal einen Takoyaki Stand auf – dort aßen wir besagte Spezialität mit vollstem Genuss; wohlwissend, dass dies vorerst das letzte Mal gewesen ist, wo wir diese Köstlichkeit genießen können.

Von dort aus gingen wir, ebenfalls zum letzten Mal, zu einem Konbini; dem Family Mart. Dort holten wir neben Wasser und ein paar Snacks für heute Abend zusätzlich ein „Magazin“ namens „Weekly Shounen“, welches im Wochenrhythmus neue Kapitel von momentan laufenden Mangas von Zeichnern, die dort ihre Werke anbieten, veröffentlichen. Dieses Magazin hat die Dicke eines Telefonbuchs und kann kinderleicht dazu benutzt werden, um jemanden bewusstlos zu schlagen ^^

Während unsere Gerätschaften wie Smartphone und Tablets noch ein wenig an der Steckdose ihre Zellen aufladen, entladen wir unsere dagegen bei sympatisch durchgeknalltem, japanischem Fernsehen ^^

Wir melden uns dann morgen Abend wieder aus Frankfurt am Main InterCity Hotel, um euch von unserer Rückreise berichten zu können 😉 Wir sagen dann schonmal, wie jedes Mal an dieser Stelle auch,

 

Oyasuminasai~

Damien

Eine Reaktion zu “Japan Tag 18: Das letzte Takoyaki”

  1. Gee

    Alles Schöne geht vorbei…
    Dann bleibt nur noch eines zu sagen…
    安全な旅ホーム – Anzen’na tabi hōmu!
    (In der Hoffnung, dass dies wriklich „gute Heimreise“ heißt… :-)

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