Japan Tag 17: Ryokan und Onsen

Konbanwa und viele Grüße von der Insel – es ist mal wieder diese Zeit :)

Heute ist es nun also angebrochen, das finale Kapitel unserer Japanreise – und es endet mit einem echten Highlight, so wie wir das vor über einem halben Jahr geplant hatten – der Aufenthalt in einem traditionell japanischen Hotel :)

Doch zuerst mussten wir aus unserem Hotel in Osaka auschecken – dabei wurden wie schon berichtet 6000 Yen zusätzlich fällig, da wir in einem Zimmer mit Einzelbetten umquartiert werden mussten – wir bezahlten die Rechnung und nahmen dann unsere sieben Sachen in Richtung Osaka Station. Dort gingen wir zur Shinkansen Ticketreservierung und holten uns zwei Sitzplätze für die Fahrt nach Tokyo. Anders als die letzten Male waren noch sehr viele Plätze frei und wir konnten pünktlich kurz vor 12 Uhr abreisen. Die Fahrt dauerte dann auch exakt 3 Stunden. Als Frühstück hatten wir uns am Vorabend noch Melonenbrötchen, Kit Kat und Jelly Gum besorgt, um die Fahrt zu überbrücken ^^ Während der Fahrt hatten wir schon die Anreise zu unserem Ryokan in Asakusa geplant; dies gestaltete sich recht einfach.

Angekommen in Tokyo Terminal gingen wir also plangemäß zur Yamanote Linie, um nach Ueno zu gelangen. 8 Minuten später in Ueno angekommen wechselten wir dann in die Ginza Metro Linie, bezahlten 170 Yen für die Fahrt nach Asakusa Station und verließen 6 Minuten später die U-Bahn Station. Der Weg zum Hotel war diesmal sehr kurz; nur 300 Meter von der Station entfernt!

Angekommen am Hotel wurden wir zuächst in die Lounge verschoben, da gerade noch ein anderer Hotelgast einchecken musste. Wir warteten also ein paar Minuten und versuchten erstmal, ein wenig zu verschnaufen, da das Wetter erneut sehr drückend war. Dann endlich kam die Rezeptionistin zu uns und bat uns wieder zurück nach vorne zur Theke. Dort wie immer füllte ich ein Formular aus (Name, Vorname, Adresse, E-Mail, Signatur) und wir bekamen erstmal ein paar nützliche Informationen bezüglich des Verhaltens in einem Ryokan^^

Ein Personalmitglied oder Buttler geleitete uns dann zu unserem Zimmer auf der 2. Etage. Dort angekommen zogen wir zunächst unsere Schuhe aus, da man diese auf den Tatami Matten (siehe Beschreibung in den Bildern) nicht verwenden darf, da sie aus Reisstroh gefertigt sind (und obendrein recht teuer^^). Der Buttler zeigte uns noch wie wir im Hotel das Bad benutzen können (siehe ebenfalls Bilder) und überreichte uns abschließend noch die Zimmerschlüssel. Danach waren wir erstmal glücklich, in diesem Zimmer zu sein :)

Passende Yukatas (Kleidung ähnlich eines Morgenmantels) lagen für uns ebenfalls bereit – bei der Hitze kamen diese natürlich gelegen und wir wechselten in diese ^^

Nachdem wir uns wie immer ein wenig häuslich eingerichtet hatten, bereitete ich unseren ersten Tee zu :) Gar nicht so einfach, da der Wasserkocher viele Knöpfe hatte, mit japanischer Beschriftung – irgendwie habe ich es aber dann doch geschafft :)

Wir genossen also unseren ersten, japanischen Tee^^ Kaum zu glauben, aber da es die meiste Zeit seit unserer Ankunft vor 2 Wochen recht heiß gewesen ist, mussten wir überwiegend Wasser trinken – warme Getränke kamen uns dabei nicht in den Sinn 😉

Danach wollten wir dann unser erstes Bad in dem hauseigenen Onsen („heiße Quelle“) nehmen. Dieses befand sich auf der 6. Etage auf der linken Seite. Da Frauen und Männer getrennt baden müssen, wurde in 2 Bäder aufgeteilt, die jedoch alle paar Stunden einmal durchwechseln. Das wird deswegen gemacht, da im rechten Bad eine wunderschöne Aussicht auf dem nahegelegenen Tokyo Skytree Tower ermöglich wird.

Also schnell nochmal auf die Uhrzeiten geschaut und sichergestellt, dass wir nicht plötzlich ins Frauenbad reinlaufen ^^ Wir gingen also auf die 6. Etage und betraten den Badebereich für Männer. Wie in den Bildern oben gezeigt, war der Vorgang ein wenig anders als bei uns:

  • Zunächst Kleidung und Gegenstände in die dafür vorhergesehenen Körbe ablegen
  • Danach den Waschbereich betreten und sich auf den Hocker hinsetzen. Nun die bereitgestellte Holzwanne mit Wasser füllen und im Anschluss über Schulter und Kopf ausschütten.
  • Nun Einseifen und Shampoo auftragen – danach entweder mit einem Duschkopf oder wieder mit der Wanne abwaschen
  • Jetzt erst das Becken mit dem heißen Wasser betreten und sich für ca 5-10 Minuten entspannen

Bis zum vorletzten Schritt hat alles wunderbar funktioniert – es war zwar ein wenig ungewohnt, aber da wir vieles schon aus Manga und Anime kannten, ging letztenendes doch alles gut über die Bühne ^^ Leider hat der letzte Schritt ein wenig Probleme bereitet, denn das Wasser war gefühlte 60 Grad heiß! Zunächst dachten wir, dass dies die für Japaner gewohnte Temperatur sei, doch ich wollte dies einfach nicht glauben und nachdem ich mir bereits die Füße beinahe verbrannt hatte, zogen wir uns an und gingen runter zur Rezeption, um mitzuteilen, dass das Wasser im Bad viel zu heiß sei (Ändern konnten wir das nicht alleine, da das Ein- und Auslassen von Wasser verboten war). Wir erklärten der Rezeptionistin von vorhin, dass wir viel zu heißes Wasser vorgefunden hatten und ob dies normal sei – sie verneinte dies und beteuerte, dass es eigentlich nur maximal 40 Grad betragen sollte. Sie entschuldigte sich und würde sich umgehend der Sache annehmen, damit wir später nochmal das Bad betreten könnten.

Wir gingen also wieder zurück zum Zimmer und gingen dann später nochmal raus, um etwas essen zu gehen. Da wir gelesen hatten, dass man die Yukata Kleidung auch außerhalb des Hotels nutzen könnte, gingen wir so wie wir waren (samt vorgesehenen Holzschuhen) nach unten zum Erdgeschoss. Dort fing uns allerdings die Rezeptionistin ab und erklärte uns, dass diese Bekleidung ausschließlich innerhalb des Hotels zu tragen sei – wir hatten da wohl was falsch gelesen ^^

Nachdem wir unsere Kleidung gewechselt hatten gingen wir dann raus. Relativ nah zum Hotel fanden wir eine Takoyaki Stand und genossen erneut die leckeren Oktopusbällchen ^^ Als Nachtisch suchten wir verzweifelt Kakigori, jedoch hatte der einzige Stand in der Nähe, der dies anbot, für heute nichts mehr verfügbar – Schade!

Wir gingen dann zum Schluss nochmal zu einem Konbini, um uns mit Wasser  und einem anderen Eis, Häagen Dazs, einzudecken :) Auf dem Weg zurück fing es dann wieder mal an zu regnen und wir eilten so schnell es ging in Richtung Hotel.

Wieder angekommen starteten wir einen weiteren Versuch, in den Onsen zu gelangen – dieses Mal hatten wir die rechte Seite nutzen können, da sich die Badezeiten gewechselt hatten. Und welch ein Glück; das Wasser hatte dieses Mal angenehme Temperatur und wir genossen nach über 2 Wochen quasi Dauerwandern mal endlich ein heißes Bad und ließen die Seele baumeln ^^

Nun sind wir wieder im Zimmer und werden noch ein wenig ausspannen – morgen gibt es dann echtes japanisches Frühstück! Wir freuen uns drauf :)

In diesem Sinne,

Oyasuminasai~
Damien

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