Japan Tag 15: Von Tempeln und Burgen

Guten Abend, beziehungsweise guten Tag ^^ Aus Osaka auch heute wieder der dee :)

Da wir in Osaka nur 3 Tage bleiben und dabei nur heute den kompletten Tag in der Stadt selbst verbringen konnten (gestern Anreise aus Kyoto, morgen Ausflug nach Hiroshima anlässlich des Atombombenabwurfs vor 70 Jahren), musste etwas besonderes her – und lange musste wir dabei nicht suchen, denn alles leitete uns auf ein interessantes Reiseziel: dem Osaka Castle.

Ganz kurz zur Geschichte: Früher war Osaka, damals noch unter Naniwa bekannt, die Hauptstadt von Japan. Im 16. Jahrhundert wählte der damalige Imperator, Toyotomi Hideyoshi, Osaka als Standort für seine Burg aus. Von dort aus sollte er alles regieren, jedoch hat sein Nachfolger, Tokugawa Ievasu, das Zentrum der Macht nach Edo, dem heutigen Tokyo, verlegt. Die Burg wurde mehrmals zerstört, unter anderem durch Blitzeinschläge.

Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und wir suchten nach einer Anfartmöglichkeit. Glücklicherweise ist JR in Osaka viel mehr vertreten als in Kyoto und so fanden wir prompt eine Möglichkeit: die JR Osaka Loop Linie bis zur Station Osakajokoen. Wir gingen also zur Bahnstation und suchten uns erstmal Frühstück bzw. Mittagessen, da es mittlerweile schon 12:50 Uhr war. Da wir nochmal Lust auf Takoyaki hatten, suchten wir einen Imbissstand. Wir fanden dieses Mal einen größeren als den gestrigen und holten uns auch gleich eine größere Portion. Wieder einmal war es einfach nur köstlich und wir können jetzt schon sagen, dass das Takoyaki aus Osaka einfach das Beste ist ^^ (Das Klischee, dass die Leute in Osaka sich ständig Takoyaki reinschaufeln, stimmt soweit schon ein wenig, weil neben uns die gesamte Theke voll und hinter uns eine riesige Warteschlange war – verübeln kann ich es ihnen jedoch nicht ^^)

Ittadakimasu!

Nach dieser Stärkung betraten wir dann Osaka Station. Wir gingen zur Osaka Loop Line auf Gleis 2 und fuhren zur Station Osakajokoen. Nach ca. 25 Minuten waren wir auch schon vor Ort. Dort erschraken wir vor dieser Handyproviderwerbung :O WTF Japan…

Danach waren wir auch recht schnell draußen vor der Station und glücklicherweise mussten wir auch nicht weit laufen; der Park der Burg war quasi direkt vor der Station. Ein schöner Anblick war es auf jedenfall. Man beachte im ersten Bild den Kontrast zwischen Wolkenkratzer und Natur ^^

Auf dem Weg zum nächsten Abschnitt kamen wir an einem Baseballfeld vorbei, wo tatsächlich auch noch gespielt wurde.. bei Temperaturen von über 30 Grad und extrem hoher Luftfeuchtigkeit! Naja, hoffentlich ist im Nachhinein niemand kollabiert… wir schwitzen jedenfalls noch mehr alleine schon beim Anblick

Ein wenig weiter durch eine wunderschöne Passage…

… vorbei an obligatorischen, gaijin-freundlichen Ausschilderungen…

… und schon waren wir am Fuße der Burg. Von da aus ging es über eine Brücke rein in den „Vorgarten“ und von da aus noch ein wenig weiter bis auf die nächste Ebene und bis zur äußeren Schutzmauer. Der Anblick war stellenweise echt atemberaubend :)

Auf der Schutzmauer sitzend, bat sich mir ebenfalls ein schönes Bild mit einem Mix aus Alt- und Neuzeit ^^

Auf dem „Marktplatz“ war es erstmal Zeit für eine Abkühlung. Wie immer holten wir uns dazu Kakigori :)

Im Anschluss suchten wir eine Möglichkeit, um ins Innere der Burg zu gelangen. Am Eingangsschalter teilte uns eine freundliche Bedienung mit, dass wir unsere Eintrittskarten selber an einem um die Ecke befindlichen Automaten ziehen könnten. Kosten hierfür: 600 Yen (~4€) pro Person. Wir bezahlten die Tickets und gingen dann gesittet in die Burg ^^

Bevor es aber soweit war, wurden wir vorher nochmal „abgesprüht“. Seht selbst!

Dann endlich standen wir direkt vor ihr: dem Osaka Castle ^^ Dieses erstreckte sich über insgesamt 8 Etagen. Im Inneren gab es einen Aufzug, mit dem wir allerdings nur bis zur 5. Etage gelangen konnten. Die Begleitdame fragte uns dann nämlich auf dem Weg nach oben, ob wir Hitzeprobleme hätten und wir den Rest auch zu Fuß schaffen würden – eine berechtigte Frage bei den Temperaturen ^^

Jedoch schafften wir dies mühelos und der Lohn des Aufstiegs war ein wunderschöner Anblick auf die Stadt Osaka in allen Himmelsrichtungen.

Danach sollte man sich wieder den Weg nach unten bahnen, diesmal jedoch komplett zu Fuß. Natürlich…

Auf den meisten Etagen gab es eine Menge Informationen zur Burg; seine durchlaufenen Epochen und Verwendungszwecke, die Bewohner, die damit geführten Schlachten, etc. Vieles wurde auf größeren Displays visualisiert; unglücklicherweise war das Fotografieren auf fast allen Etagen verboten. Auf den unteren Etagen jedoch war dies wieder erlaubt, und da gab es dann auch gleich ein paar interessante Motive, wie z.b. diesen goldenen Tiger…

… oder eine Miniatur der sich in Konstruktion befindlichen Burg sowie einer alten Landkarte!

Ein besonderes Andenken konnte man sich ebenfalls erstellen lassen: eine persönlich geprägte Münze! Diese kostete 500 Yen für die Münze sowie nochmal 30 Yen für die persönliche Prägung. An einer speziellen Maschine trug man an einem Display seinen gewünschten Text ein und anschließend wurden die Zeichen auf die Münze eingestanzt. Das Ergebnis: unvergesslich!

Danach war es auch so langsam an der Zeit, zu unserem zweiten und letzten Reiseziel für heute aufzubrechen: dem Shitennoji Tempel. Wir gingen also wieder den ganzen Weg zurück zur Station und auch dieses Mal hatten wir wieder das Glück, dass der Zug zeitnah am Bahnhof ankam. Wäre das doch nur bei uns zuhause auch so zuverlässig; ich werde es auf jeden Fall vermissen…

Angekommen an der Station Tennoji nach nur ca. 7 Minuten Fahrt stiegen wir aus und fanden diese interessante Konditorei ^^ Man beachte den Slogan: „Meisterstück Gästeglück“ 😀

Rausgekommen aus der Station viel uns dieser kunderbunte Shop auf. Wir wissen zwar nicht genau, was die auf dem Bild gezeigte Dame bewirbt, jedoch ist es in Japan üblich, auf sein Geschäft ähnlich wie auf einem Trödel- oder Gemüsemarkt lautstark auf sich aufmerksam zu machen – egal wie ^^

Auf dem Weg zum Tempel bekamen wir Durst. Wie immer fanden wir auch an der nächsten Ecke einen Automaten, jedoch wollten wir mal was anderes als immer nur Wasser ausprobieren. Offenbar gab es Fanta, aber diese hier wir einfach nur lecker! Keine Ahnung ob es sie bei uns gibt, aber hier ist sie: Fanta mit Traubengeschmack! Nicht zu süß, erfrischend, weiterempfehlbar! ^^ (Auf der Dose steht übrigens „Ge re – pu“ (Grape) sowie „Fu a n ta“ (Fanta) ) 😉

Nur 600 Meter weiter dann fanden wir endlich den Tempel. Dieser hatte auch seine eigene Anlage mit kleineren Schreinen und einem Park. Leider waren wir bereits zu spät, um den eigentlichen Tempel bis ganz nach oben zu betreten, da es mittlerweile nach 18 Uhr war. Über den gesamten Park konnten wir dennoch laufen und so machten wir noch die ein oder anderen Bilder :)

Der Shintennoji war übrigens dieser hohe Turm ^^

Mittlerweile wurde es auch schon dunkel und wir gingen den Weg zurück zur Station. Zwischendurch boten sich uns wunderschöne Ansichten der Geschäfts- und Wohngebäude :)

Auch überall in Japan auffindbar: kleinere Tempel! Das Symbol dazu, das auf dem ersten Blick wie ein rotiertes sowie gespiegeltes Hakenkreuz (oder Swastika) aussieht, hat hier in Japan lediglich die Bedeutung: „Tempel“. Also nicht wundern, solltet ihr solche Symbole sehen!

Wir sagten dann anschließend „Tschüss“ zu Tennoji…

… und fuhren zurück nach Osaka Station. Dort fanden wir an einem der zahlreichen Ausgänge folgendes, beeindruckendes Wasserspiel sowie einen großen, beleuchteten Platz :) Einfach nur schön!

Für alle Musikfreunde unter unseren Lesern – ein recht großer Musikladen mit dem Hauptaugenmerk auf Gitarren :)

Ein wenig später kurz vor unserem Hotel dann sahen wir noch die Folgen eines Autounfalls – jemand ist jemand anderem hintendraufgefahren! Hoffentlich geht es beiden Beteiligten gut… auch interessant: so gut wie keine Schaulustigen!

Danach gingen wir noch schnell zu einem Kombini, um uns was fürs Abendessen einzukaufen. Es gab wieder Instant Ramen und als Nachtisch Häagen Dazs Eis :) Man gönnt sich ja sonst nichts ^^ Jetzt gleich werden wir uns auch so langsam schlafen legen, da wir morgen den ganzen Tag im ca. 300 km entfernten Hiroshima verbringen werden. Da wir ebenfalls morgen Abend in ein anderes Zimmer müssen, werden wir gleich ebenfalls noch unsere Koffer soweit wieder packen, damit wir morgen alles am Empfang ordnungsgemäß abgeben können, solange wir unterwegs sind :)

In diesem Sinne also wie immer an dieser Stelle,

 

Oyasuminasai~

Damien

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