Japan Tag 14: Ach Sie schon wieder….

Einen schönen guten Abend aus dem „Bayern“ von Japan – Osaka ^^

Heute war es also soweit; wir verließen unser Hotel in Kyoto, um nach unserem nächsten Bestimmungsort, Osaka, reisen zu können. Checkout war erfreulicherweise erst um 12 Uhr, so konnten wir noch ein wenig ausschlafen :) Der Checkout an sich verlief problemlos und wir schlenderten mit unseren sieben Sachen zum letzten Mal in Richtung Kyoto Station – schon komisch, wenn man schon wieder eine gewohnte Umgebung verlassen muss… aber so ist das nunmal bei einer Städtereise ^^

Am Bahnhof angekommen, suchten wir unsere Verbindungslinie – diese war die Kyoto Linie in Richtung – Osaka ^^ Recht einfach also :)

Warten mussten wir auch diesmal nicht lange – der Zug stand schon für uns bereit :) Einsteigen und losfahren, so muss das sein! Nach ca. 35 Minuten kamen wir dann auch schon in Osaka an – auch dieser Bahnhof war gigantisch!

Nun suchten wir unser Hotel, das Hearton Hotel Kitaumeda! Laut unseren Unterlagen sollte dieses direkt neben der Bahnstation liegen; genau 400 Meter entfernt! Na sowas nennt man doch mal Luxus ^^ Wir gingen also raus und mussten erstmal Zwangspause machen, da es anfing zu regnen! 20 Minuten später hörte es aber wieder auf und die Sonne begann wieder uns zu braten und zu brutzeln, so wie wir es sonst immer gewohnt waren :3

Wenige Minuten später erreichten wir das Hotel. Am Empfang wurden wir wie gewohnt freundlich begrüßt und mussten unsere Buchungsunterlagen vorzeigen – dabei viel der Rezeptionistin auf, dass wir – im FALSCHEN Hotel seien und zum 1 km entfernten Partnerhotel gehen sollten. Was ist passiert? Wir suchen unsere Hotels stets über Offline Navigation; ritti hatte unser Zielhotel eingegeben und uns dorthin navigiert, leider jedoch zum falschen Hotel! Die beiden Namen waren dabei allerdings sehr ähnlich, also kann man ihm nicht wirklich einen Vorwurf machen ^^ Die Rezeptionistin überreichte uns ebenfalls eine Karte mit Anweisungen zum Auffinden unseres richtigen Hotels – offenbar waren wir nicht die ersten, denen das passiert ist 😉

Nun im richtigen Hotel angekommen überreichten wir auch hier unsere Unterlagen und bekamen mitgeteilt, dass wir erst gegen 14 Uhr einchecken könnten. Da es erst halb eins war, hatten wir also noch genug Zeit, um uns etwas zu Essen zu besorgen. Auf dem Weg zum Hotel ist uns eine „Essensmeile“ aufgefallen, wo gefühlte 50 Restaurants und Essbuden vertreten waren. Da wir in Osaka waren, wollten wir unbedingt Takoyaki essen – leider war besagter Laden geschlossen und wir mussten uns Ersatz suchen. Wir wurden auch recht schnell fündig und so aßen wir erstmal leckeres Ikayaki – es sah aus wie ein Omelette gefüllt mit Speck, war aber Ei, Teig, Tintenfisch und ein frei auswählbarer Belag. Ritti nahm Thunfisch, ich nahm Frühlingszwiebeln. Es war einfach nur eine Köstlichkeit! :3 Ein Gast neben uns an der Theke bot uns sogar Wasser an und schenkte uns auch sogleich zwei Gläser ein – ja, hier ist man noch sehr freundlich gegenüber Ausländern ^^

Nach dem Essen gingen wir noch ein wenig durch die Straßen und schauten uns ein wenig um. Dabei fanden wir u.a. interessante Bars, wo es auch für uns bekannte Biere gab ^^

Kurz vor 14 Uhr kehrten wir also zu unserem Hotel zurück, nahmen unsere Zimmerkarte in Emfang und fuhren rauf bis auf dem 17. Stock, wo sich unser Zimmer befand. Wir betraten das Zimmer und erlebten die erste unschöne Überraschung des Tages: erneut waren unsere Betten nicht getrennt! Zum dritten Mal in Folge! Ein wenig wutentbrannt gingen wir wieder zurück zur Rezeption, um den Sachverhalt zu klären. Dort mussten wir zunächst verständlich machen, dass wir Einzelbetten gebucht hatten und kein Doppelbett. Nach 10 Minuten hin- und her bekamen wir eine Lösung angeboten: Wir erhielten vom 17. – 19. August ein Zimmer mit zwei getrennten Betten und für die letzte Nacht ein Zimmer mit einem Bett und eine Couch, da ansonsten alles überbucht gewesen war. Einziger Wermutstropfen: wir mussten 2000 Yen / Nacht zusätzlich bezahlen; also 6000 Yen für drei Nächte – naja, war uns in dem Moment einfach nur noch egal; Hauptsache getrennte Betten. Wir akzeptierten die Lösung und gingen zu unserem neuen Zimmer auf der 7. Etage. Dort endlich getrennte Betten, wenn auch das Zimmer ein wenig klein ausgefallen war. Naja, es ist Japan hier; für die ist das vermutlich groß genug ^^

Nach all dem hin- und her brauchten wir erstmal ein wenig Ruhe. Ich gönnte mir zunächst eine erfrischende Dusche, schmiss mich in einem gemütlichen, kimono-artigen Morgenmantel…

…und legte mich anschließend ein wenig hin und plante danach schon unsere Tage hier in Osaka. Wir hatten heute noch vor, zu Abend essen zu gehen und einmal mit der Osaka Loop Zuglinie zu fahren, die wie der Name schon sagt die Stadt einmal im Kreis umfährt. Leider viel uns in diesem Moment auf, dass es heftig zu regnen begann und es sollte auch erstmal für ca. 1,5 Stunden so bleiben. Na toll ^^ Uns blieb also nichts weiter als Fernsehen zu gucken und ein wenig weiter zu planen für die kommenden Tage.

Nachdem sich das Wetter beruhigt hatte, gingen wir nochmal los in die Innenstadt, um ein wenig essen zu gehen – dabei stellten wir fest, dass wir offenbar eine Rush Hour erwischt hatten, da sämtliche Läden überfüllt und Leute sogar Schlangen bis auf die Straße gebildet hatten. Erstmal also kein Essen für uns :/ Nach einer geschlagenen halben Stunde dann hatten wir endlich Platz an einem Takoyaki Stand. Dort nahmen wir uns eine Portion Takoyaki (Tintenfischbällchen) und ein Asahi Bier. Neben uns stand plötzlich ein älterer Herr, der sichtlich viel getrunken hatte und plötzlich mit uns eine Diskussion anfing. Wir erzählten ihm, woher wir kamen und dies schien im sichtlich zu gefallen, da er auf einmal nur noch so aus sich raussprudelte wie eine Fontaine ^^ Später kam noch eine junge Japanerin hinzu, die ebenfalls bequatscht worden ist. Kurios: dazwischen kamen ebenfalls zwei junge Japaner vorbei, die ebenfalls eine Portion Takoyaki haben wollten – diese sprachen allerdings mit der Verkäuferin Englisch! Das mag daran liegen, dass man in der Kansai Region von Japan offenbar wirklich niemanden mehr richtig verstehen kann, wenn diese in ihrem Dialekt sprechen. Wie schon erwähnt; ein Vergleich mit Hochdeutsch und Bayrisch ^^

Nach dem Essen gingen wir noch in eine kleine Bar nahe des Standes. Dort fanden wir dann wie vor wenigen Stunden auf den Schildern ersichtlich belgisches Bier^^ Wir waren dann auch mal so frei und gönnten uns jeweils ein Hoegaarden und ein Leffe. Na dann, Kanpai! An alle belgischen Leser dieses Artikels: was haben die Japaner bloß aus unserem Leffe Glas gemacht? 😀 Das hab ich irgendwie anders in Erinnerung^^

Hier auch nochmal die Getränkekarte in Katakana (Silbenschrift). Interessanterweise gab es kein deutsches Bier…

Als letztes stand heute noch die bereits erwähnte Rundfahrt mit der Bahn an. Auf dem Weg zur Station hörte ich ein mir bekanntes Lied, gesungen von einem Straßenmusikanten. Wir lauschten der Musik und gaben dem Künstler auch 120 Yen als kleine Anerkennung ^^ Der Song war „Yume no Naka e“, gesungen von von Enomoto Atsuko und Suzuki Chihiro – aus einem Anime namens „Kare Kano“ aus dem Jahr 1998. Als ich ihn aus der Ferne hörte, war ich jedenfalls höchst erfreut und ließ mich auch ein wenig mitreißen, mitzusingen – das erspare ich euch jetzt aber ^^ Stattdessen ein Bild des Künstlers sowie einen Link zum Lied^^

Danach gingen wir zur Station und fuhren los. Der Zug war auch hier wieder sehr pünktlich; machte aber plötzlich mitten auf der Rundfahrt halt und wir mussten eine Ersatzbahn nehmen. Von dort aus ging es dann aber glücklicherweise wieder zurück zur Osaka Station.

Auf dem Weg nach Hause genießten wir noch ein wenig den Charm Osakas…

.. und dann hieß es auch schon fast wieder – ab ins Bett und Kraft für den nächsten Tag tanken ^^

Achja: wer sich an dieser Stelle über den Titel des heutigen Blogeintrags wundert:

Es hat (mal wieder) mit einem Anime zu tun, diesmal einer aus 2002: Azumanga Daioh! Dieser behandelt unter anderem in einer Folge mehrere Klischees rund um Osaka. Die Austauschschülerin Ayumu Kasuga kommt von Osaka nach Tokyo und wird gleich von der ersten Sekunde an auf ihrer Herkunft angesprochen; dabei glaubt man offenbar, dass die Leute aus Osaka rüpelhaft, laut und hektisch seien, ständig bei Rot über die Ampel gehen und andauernd „Takoyaki in sich reinschaufeln“.

Einer ihrer Mitschülerinnen nimmt das dann zusehr für bare Münze und als Ayumu ihr erklären will, dass es sich dabei vorwiegend um Klischees handelt, wird sie von ihr als „Betrügerin“ abgestempelt, da sie nicht dem typischen Osaka Klischee entspricht. Da besagte Mitschülerin öfter versucht, eben jene Klischeekeule zu schwingen, stoppt sie Ayumu dann schließlich mit den Worten „… ach sie schon wieder…“ (Why the heck?).

Im japanischen Original spricht Ayumu übrigens den (unverständlichen) Kansai-Dialekt, den man hier in Osaka überall spricht. Im Grunde müsste sie in der deutschen Synchronisation tatsächlich bayrisch oder mindestens hessisch sprechen, damit man sie nicht so leicht verstehen kann^^

Soviel also dazu – In diesem Sinne,

 

Schöne Grüße aus der Kansai-Hochburg Osaka :)

Damien

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