Japan Tag 13: Der Inari ruft!

Einen schönen guten Abend aus dem wunderschönen Kyoto :) Es ist wieder mal Blogzeit!

Heute war er also angebrochen, der letzte Tag in dieser wundervollen Stadt! Viel wurde erlebt, viel gibt es eigentlich noch zu erleben, aber in 5 Tagen kann man nunmal keine Wunder vollbringen ^^

Wir wachten nach unserem gestrigen Ausflug, der uns ziemlich geschafft hat, erst um 12 Uhr auf und mussten erstmal zu Kräften kommen. Ich hatte  noch Fertignudeln im Kühlschrank, und diese sollten Frühstück und Mittagessen kombinieren :) Das hat mich dann auch erstmal richtig wach gemacht. Danach planten wir nochmal kurz unser letztes Ausflugziel für unseren letzten Tag in Kyoto: Die Besichtigung des Fushimi Inari Taisha; einer Schreinanlage mit mehreren Tempeln und einem Berg voll mit Torii („Tore“). Das wollten wir uns nicht entgehen lassen und so gingen wir los in Richtung Kyoto Station.

An der Station angekommen gingen wir zunächst noch schnell zu einer Poststelle und gaben unsere Briefe für Deutschland und Belgien auf. Die Kosten für insgesamt 5 Briefe ins Ausland zu schicken beliefen sich auf insgesamt 350 Yen (~2 €). Wir waren auch recht schnell wieder raus; insgesamt waren wir höchstens 2 Minuten im Gebäude, gaben die Briefe auf, erhielten freundliche Verbeugungen und gingen wieder raus. Macht DAS mal bei uns Zuhause ^^ Alleine schon die Wartezeit sollte wesentlich länger sein 😉

Vor der Kyoto Station stellten wir witzigerweise noch fest, dass Porta in diesem Land offenbar eine Restaurantkette ist – hoffentlich ist deren Essen besser als bei uns die Möbel ^^

Nun ab in die Station und zu den JR Linien. Heute mussten wir nochmal die Nara Linie benutzen, die wir schonmal genommen hatten, nur dieses Mal fuhren wir eine Station weiter – zur Station Inari, unserem heutigen Ziel ^^

Der Zug stand ausnahmsweise bereits an der Station – in Tokyo war das normal; in Kyoto hat JR ein nicht ganz so ausgeprägtes Zugnetz und dementsprechend kamen die Züge auch nicht so häufig und man musste i.d.R. 14 Minuten warten. Naja, wieder mal Glück gehabt ^^ Wir stiegen ein und nach nur 8 Minuten waren wir auch schon vor Ort. Direkt neben der Station war schon der Eingang zum Schreingelände und auch schon das erste Tor zu sehen – wir hatten ja keine Ahnung, wie oft wir dieses Tor heute noch sehen würden…

Obligatorisch suchten wir zunächst nach einer Karte, um uns orientieren zu können – wir wurden auch recht schnell fündig. Nachdem wir den ersten Tempel gesehen hatten, fing es kurioserweise an zu regnen – hatten wir die Götter irgendwie mit unserer Präsenz verärgert? 😀

Wir ließen uns jedoch nicht unterkriegen und 10 Minuten später ließ der Regen auch schon wieder nach. Wir suchten den Weg zu der Torii Passage (Mehrere Tore hintereinander auf einer Wanderroute) und glücklicherweise war mal wieder alles gaijin-sicher ausgeschildert – natürlich 😉

Vor der eigentlichen Eingangspassage waren mehrere kleinere Toriis zu sehen, worauf man seine Wünsche schreiben konnte, ähnlich wie die Wunschplaketten an Schreinen. Sah ziemlich cool aus und eigentlich wollten wir uns eins als Andenken mitnehmen – leider mussten man sie vor Ort an der Wand aufhängen. Naja Schade ^^

Ein wenig weiter dann fanden wir endlich den Eingang zum Wanderweg. Diese Exemplare waren noch ein wenig größer :)

Dann kam die erste Abzweigung, die wir von den Prospekten kannten. Ab da begann es allerdings richtig zu regnen und wir mussten uns für ca. 25 Minuten unter einem Verkaufsstand unterstellen. Da wir nichts machen konnten außer warten, füllte ich meine mittlerweile leere Aquarius Flasche mit Regenwasser 😀

Die meisten Leute hatten glücklicherweise einen Regenschirm dabei und ließen sich von dem mittlerweile heftigen Regen nicht die Laune verderben :)

Nach dem Regen schauten wir direkt mal wieder auf eine Karte – wir dachten „ach, das sieht ja alles übersichtlich aus; lass mal machen!“ – wir hatten keine Ahnung, was uns erwarten würde :)

Nach dem „Haupteingang“ wanderten wir für ca 30 Minuten durch den Torii Wanderweg. Der Regen wich mittlerweile wieder den warmen Temperaturen und es wurde verdammt schwül. Obschon wir ordentlich ins Schwitzen kamen, gingen wir weiter (hoch) und ließen die zahlreichen kleineren Schreine auf uns wirken :)

Am vermeindlichen Ziel angekommen machten wir schon Fotos von dem höchsten Schrein. Zwei Mädchen fragten nochmal bei uns nach, ob dies wirklich das Ende sei. Wir bestätigten dies und machten also nun unsere Fotos ^^

Wieder am Sammelpunkt angekommen schauten wir uns nochmal um, ob das wirklich schon alles gewesen sei. Ein Blick auf die Karte zeigte uns „nein, was hast du dir bloß gedacht?! Es geht noch viel weiter“ ^^

Wir sahen also, dass wir erst am Anfang eines Rundum-Wanderweges standen. Alles bis hier war nur Kindergarten ^^ Obschon wir eigentlich am liebsten wieder zurückgegangen wären, fassten wir uns ein Herz und begannen die Bergwanderroute. Schnaufend und schwitzend gingen wir die zahlreichen Stufen bei einer Luftfeuchtigkeit jenseits von Gut und Böse hoch und dachten, dass es kein Ende nehmen würde.

Mitten im Berg stand dann urplötzlich mal wieder ein Automat rum – diese Dinger sind einfach überall! :) Es kam uns aber gerade recht, denn wir waren ziemlich dehydriert ^^

Nach weiteren 40 Minuten (und u.a. einem sichtlich erschöpften dee) näherten wir uns allerdings immer mehr der Bergspitze – weiter konnte es einfach nicht mehr hoch gehen – oder?

So war es dann auch! Wir sahen den strahlenden Himmel und nichts weiter dahinter – das Ende war erreicht und wir sahen den finalen Schrein!

Damit einige hier nicht behaupten werden, dass dies einer der Schreine ist, die wir auf dem Weg nach oben gesehen haben – hier der Beweis, dass wir wirklich ganz oben waren ^^

Jemand sollte uns einen Orden dafür geben, wenn man einfach mal bedenkt, dass wir Informatiker sind, die eigentlich mit Wandern oder allgemein mit Sport nicht viel gemeinsam haben ^^ Den Witz jetzt aber mal beiseite gelegt: das Problem war einfach die extrem hohe Luftfeuchtigkeit! Stellenweise bekamen wir sogar fast keine Luft mehr und mussten an den zahlreichen Schreinen stellenweise einfach mal kurz verschnaufen, um nicht mitten auf den Treppen zusammenzubrechen :)

Ein Erinnerungsfoto am höchsten Punkt machten wir dann auch noch ^^

Danach blieb uns nur noch eins – den ganzen Weg zurück nach unten zum allerersten Torii, bevor wir die Anlage betreten hatten. Natürlich ging der Weg nach unten wesentlich leichter von statten, jedoch waren die Stufen sehr nah beieinander und sehr flach. Entweder man nahm mühsam jede Stufe einzeln, oder man übersprang eine und riskierte sich den Hals zu brechen – wir entschieden uns überwiegend für Methode 1 ^^

Bei den Texten an den Toriis vielen uns später mehrere, sonderbare Nachrichten auf – unter anderem Werbung! o.o Diese sahen wir erst auf dem Weg nach unten, da sie sich (meistens) auf der Rückseite befanden – oder sie sind uns auf dem Weg einfach nicht aufgefallen; schließlich mussten wir uns darum kümmern nicht umzukippen ^^

Endlich unten angekommen musste ich erstmal etwas zur Stärkung zu mir nehmen. Und wie durch ein Wunder fanden wir auch gleich einen Yakitori Stand ^^ Na dann, ittadakimasu!

Danach verabschiedeten wir uns auch von den zahlreichen Toriis. Wieviele es waren, ließ sich auf dem Hinweisschild erahnen ^^ „Senbon Torii“ steht hier für 1000 Tore – das könnte sogar hinkommen ^^

Am Ausgang war nochmal ein Hinweis von Tripadvisor, dass Fushimi Inari Taisha als einer der populärsten Sehenswürdigkeiten für ausländische Besucher zweimal hintereinander ausgezeichnet worden ist – na dann, herzlichen Glückwunsch; es war wirklich toll 😉

Danach gingen wir zur JR Inari Station zurück und traten unsere Heimreise an. Wir mussten nur 6 Minuten auf den Zug warten ^^ Das hatte schon Tokyo Qualität :)

Nach weiteren 6 Minuten waren wir dann wieder in Kyoto Station. Nun wussten wir, dass dies das letzte Mal sein wird, wo wir abends durch die Straßen laufen würden. Wir werden es vermissen, sogar den BooBoo Park – Moment, was?! ^^

Außerdem: sämtliche Stromleitungen laufen überirdisch – vermutlich mit dem Sinn dahinter, dass man nach einem (etwas stärkeren) Erdbeben nicht den ganzen Boden aufreißen muss, um Wartungsarbeiten vornehmen zu müssen.

Kurz vor unserem Hotel fing es dann doch nochmal an zu regnen – wir beeilten uns, schnell ins Gebäude reinzukommen und mussten erstmal ein wenig runterkommen, bevor es gleich ans Aufräumen und Vorbereiten für den nächsten Tag geht – denn es geht zu unserer dritten Station:

OSAKA! :)

Bis es soweit ist, werden wir noch ein wenig das durchgeknallte Fernsehprogramm (im positiven Sinne) genießen und dann auch recht früh ins Bett gehen, um z.b. morgen nicht den falschen Zug zu nehmen ^^

In diesem Sinne,

 

Oyasuminasai~

Damien

2 Reaktionen zu “Japan Tag 13: Der Inari ruft!”

  1. WanderWeib

    Vielen Dank für diesen schönen Bericht! Bei Regen den Berg erklimmen ist schon mutig. Die Stufen waren bestimmt sehr rutschig, oder?

    Viele Grüße aus Tokio
    Tessa

  2. Damien

    Hallo Tessa :)

    In der Tat; nach dem zugegeben monsunartigen Regen war das Besteigen des Berges auf den Stufen teilweise lebensgefährlich, weil die Stufen nicht nur nass, sondern auch viel zu breit waren und man seine Schritte richtig anpassen musste, um nicht böse auszurutschen :)

    Das hat uns aber auch nicht davon abgehalten – eigentlich wollten wir ja zunächst gar nicht ganz nach oben, aber dann an dem ersten „Checkpoint“ dachten wir nur „wie das wars schon? Das war ja viel zu kurz!“ und so sind wir erstmal weiter gewandert, bis wir irgendwann merkten, dass es immer weiter und weiter ging, und schließlich haben wir uns darauf geeinigt, jetzt auch noch den Rest zu schaffen 😉

    Durch den Regen war die Luftfeuchtigkeit natürlich noch wesentlich höher als ohnehin schon – ich glaube wir wissen bis heute nicht, wie wir das geschafft haben 😀

    Dann aber ganz oben zu sein hat uns richtig stolz gemacht! Ich glaube das Gefühl war einfach nur wunderbar :)

    Ob wir es nochmal machen würden? Natürlich! Nächstes Jahr steht jedenfalls wieder eine Wanderung an 😉

    Viele Grüße aus Eupen (Belgien)
    Damien

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