Die lange Reise der Hatsune Miku
Schon Ende letzten Jahres wollte ich die Miku Hatsune Plüschfigur haben, nur war sie da ausverkauft.
Als ich Anfang diesen Jahres dann bei amazon Japan nachgesehen habe, war sie endlich wieder verfügbar.
amazon Japan
Nur musste ich dann unten lesen この商品は、日本国外にお届けすることができません。 (kono shouhin wa, nihonkoku soto ni o-todoke suru koto ga dekimasen.) Mehr oder weniger soll das zu verstehen geben, dass dieser Artikel nicht außerhalb Japans geliefert werden kann.
Ich informierte mich über andere Shops, die sie vielleicht liefern könnten, aber das war nicht so einfach scheinbar.
Dann stieß ich in einem Forum auf die sogenannten Proxybidder. Proxybidder lassen einen in Japanischen Auktionen bieten oder besorgen auf Anfrage beliebige Gegenstände in Japan. Diese lassen sie sich zuschicken und schicken sie anschließend dann zum eigentlichen Käufer weiter.
Das die das nicht aus Lust und Liebe machen, war mir auch klar. Also wählte ich einnen mehrerer Meinungen nach zuverlässigen Proxybidder aus, und meldete mich an.. bei japamart.com .
Es sollte aber noch einen Monat dauern, bis ich meine Bestellung aufgab.
So ging ich am 01.02. auf Special Order und übersendete Japamart meinen Wunsch, unter Angabe der Bezeichnung und des Links zum Hersteller und zu amazon Japan.
Nach 2 Tagen meldete sich japamart mit einer eMail, und boten sie für einen Preis von insgesamt 59,09 USD an.
(3700 JPY = 44,28 USD + 10 USD Kommission + 2 USD Bankgebühr + 2,81 USD Transaktionsgebühr = 59,09 USD).
Naja, nicht wenig.. aber wiegesagt, die machen das nicht aus Lust und Liebe ![]()
Ich bezahlte per Paypal mit einem Klick auf deren Seite, was nach 2 Tagen (04.02.) registriert wurde, und man mir mitteilte, dass der Artikel geordert wurde.
So weit so gut…
5 Tage später erreicht mich dann eine weitere eMail von Japamart, in der mir mitgeteilt wurde, dass der Artikel bei Japamart eingetroffen ist, und dass ich den Versand abwickeln soll.
Ich entschied mich dann dach etwas hin und her doch für den teureren EMS Versand, zumal ich auch per Tracking zusehen wollte.
Der Versand hat dann nochmal 26,89 USD gekostet. Am 11.02. hab ich das dann per PayPal bezahlt. Am nächsten Tag ging das Paket dann auch schon auf die Reise.
Es flog dann von Tokyo aus nach Frankfurt/Main und es passierte das, was ich nicht hoffte: Im Tracking stand am 13.02 dann “In Customs”, und dabei blieb es auch 3 Tage lang. Was soviel heisst, dass der Zoll auch nochmal Geld haben möchte.
Am 17.02. war sie dann in Erfurt angekommen, wobei ich bei der Tracking-Ausschrift “Absence. Attempted delivery” sehr nervös wurde. Ich dachte, es währ jemand hiergewesen und bin extra nochmal runtergegangen, da war aber kein Zettel und nichts.
Nach etwas Sucherei im Internet fand ich heraus, dass das normal ist wenn eine Sendung beim Zollpostamt landet. Die Trackingsysteme können mit der Situation “Wurde vom Zoll abgefangen und lagert beim Zollamt.” nichts anfangen.
Also half es nichts, das Paket lagerte nun also im Erfurter Zollpostamt und ich musste auf die grüne Benachrichtungskarte warten.
Am nächsten Tag ging ich an den Briefkasten und drinn war, eine Karte! … Aber nicht vom Zoll, sondern von der Post, dass ich hier zum Postamt gehen soll um eine “gewöhnliche Briefsendung” entgegenzunehmen.
Ich hoffte ja irgendwie, dass die das Paket nun doch schon hierhergeschickt haben und mich dort vor Ort abkassieren, aber Pustekuchen.
Die Post händigte mir nach Unterschrift ein Tütchen aus, in dem ein Brief der Deutschen Post war, in dem wiederum die grüne Zollkarte war.

Mitzubringen war eine Rechnung, eine deutsche Beschreibung was die Ware eigentlich ist und einen Beleg über den Kaufpreis, also zB PayPal-Beleg. Ich druckte den Kram schnell aus (Unter Zeitdruck spann natürlich auch gleich noch mein Drucker rum, bravo!) und machte mich möglichst schnell auf zum Bahnhof.
Hopperticket gekauft und los gings!
Natürlich war an dem Tag grad mal wieder das schönste Mistwetter ..
Im Zug sah ich mir auch den beigefügten Paketschein an. Diese Japaner haben echt ne Saklaue…

Links kann man das noch ganz gut erkennen
In Erfurt angekommen, stieg ich in die Straßenbahn.. ich musste schließlich bis zum Erfurter Flughafen (Büropark Airfurt).
Nachdem ich dort angekommen bin, und erst einmal ins falsche Gebäude gelangt bin (Selten dämliche Beschilderung dort, echt!), und durch lange Gänge gegangen bin kam ich beim Import des Zollamts heraus.
Nach wenigen Minuten nahm ein Herr meine Karte entgegen und suchte mein Paket aus der Kammer.
Wir wühlten uns durch die Papiere (was am Anfang nicht so leicht war.. es waren schließlich 3 Währungen im Spiel.. Yen.. Dollar.. Euro … ), ich durfte mit einem Teppichmesser das Paket öffnen, er setzte sich dann an seinen Computer und tippte etwa eine halbe Stunde um mir den Betrag zu nennen … 12,06 EUR Einfuhrumsatzsteuer, aber kein Zoll (Miku wurde klassifiziert als “Spielzeug, Plüsch, nicht menschlich”
), da der Freibetrag bei 150 EUR liegt.
So wurden am ende die 63,nochwas EUR versteuert. Ich bezahlte Bar und lies das Paket wieder zukleben ![]()
Ich nahm Paket und Papiere und verschwand. Ab in die Straßenbahn. An dem Tag fuhr ich dann noch zu einem Kumpel, der auch in Erfurt wohnte (Wenn man schonmal da ist…..) ![]()
Gegen 21 Uhr saß ich dann im Zug nach hause und hatte das Paket erstema beiseite gelegt…

Wollte mich erst einmal ausruhen und ne Pizza essen ![]()
Wenig später öffnete ich mein Paket und konnte Miku endlich in Empfang nehmen.
Nun sitzt sie hier bei mir auf dem Sofa ^^

Nun ist sie also nach ner Weiten Flugreise, lagerungen in irgendwelchen Kammern der Post und des Zolls und rund 86 EUR (inkl. der Fahrkarten usw) weniger im Geldbeutel hier bei mir
Sehr oft kann ich sowas natürlich nicht machen, das wird auf dauer zu teuer. Aber interessant war es allemal
Am 23. Februar 2010 um 11:31 Uhr
Is die süß
Am 24. Februar 2010 um 18:45 Uhr
Hatsune Miku ist doch auch das Geld wert
Egal wie hoch