Japantag 2017 – Die Ruhe vor dem Sturm

21. Mai 2017

Hallihallo, da bin ich wieder ^^

Verdammt lange ist es mittlerweile her, als ich das letzte mal einen Blogeintrag verfasst habe – das war damals noch in Japan, August 2015! Jetzt bin ich zurückgekehrt und berichte über ein Ereignis, was uns damals schon den Japanurlaub ein wenig eingeleitet hat: der alljährliche Japantag in Düsseldorf!

Auch dieses Jahr haben wir uns dazu entschlossen dort teilzunehmen. Wie üblich haben wir erneut ein Hotel außerhalb von Düsseldorf gebucht, um sorgenfrei hin- und herreisen zu können. Damals 2015 waren wir noch in Velbert, letztes und auch dieses Jahr haben wir uns den Ort Mettmann ausgesucht, welcher nahe des Neanderthals liegt. Unser Hotel war die „Alte Fabrik“, welche mit 3 Sternen einen recht soliden Aufenthalt garantiert. Warum wir uns ein Hotel buchen? Ganz einfach: Ritti und ich kommen von weiter her (ritti sogar noch um einiges mehr als ich) und wir würden beide einfach zuviel Zeit verlieren, wenn wir am Tag selbst anreisen würden. Die Gefahr, zusätzlich in endlos langen Staus hängen zu bleiben, ist überdies durchaus möglich, also einigten wir uns auf eine komfortablere An- und Abreise in Form einer Wochenendaufenthalts.

Die Anreise war aufgrund der zahlreichen Baustellen (und bei mir sogar aufgrund eines Unfalls kurz vor Mettmann) ein wenig beschwerlicher, aber da es mittlerweile in Deutschland zur Gewohnheit geworden ist, haben wir uns nicht davon aufhalten lassen. Das Einchecken verlief sorgenfrei, die erste Einrichtung unserer Gerätschaften problemlos und das Einnehmen einer warmen Mahlzeit beim Pizzamann unseres Vertrauens wohlwollend und freundlich. Und da ritti und ich uns nach langer Zeit wiedergesehen haben, mussten wir uns erstmal gegenseitig fotografieren 😉

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Am Rande ist hier noch zu erwähnen, dass wir eigentlich vorhatten, mit zwei weiteren Damen zum Japantag zu gehen. Recht spät viel uns auf, dass wir es versäumt hatten, ihnen eine Uhrzeit zu nennen, damit wir uns vor Ort am Düsseldorfer Hbf treffen können. Mehr dazu später.

Nach einer ruhigen Nacht begaben wir uns in den Frühstückssaal, um uns für den Tag zu stärken. Ein Standardfrühstück bestehend aus Eiern, Brötchen, Nutella, Marmelade, Croissants, O- und A-Saft, Kaffee sowie mehrere Sorten Cornflakes konnten uns bestens vorbereiten. Danach gingen wir nochmal kurz zurück ins Zimmer, um unsere letzten Sachen zu packen und um uns zur Bahnstation aufzumachen. Glücklicherweise war diese nur gerademal eine Minute vom Hotel entfernt – einfacher geht es schon fast gar nicht ^^ Auf dem Weg dorthin fanden wir ein amüsantes Kennzeichen, welches den Tonus des Tages setzen sollte.

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Innerhalb von gut 25 Minuten waren wir dann schon am Düsseldorfer Hauptbahnhof angekommen. Wir waren bereit und es konnte losgehen ^_^

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Für alle, die es immer noch nicht wissen sollten, was wir eigentlich darstellen: hier ein kleiner Hinweis. Um es im weiteren Verlauf kurz zu halten, werde ich die Situation erklären: die von uns dargestellte Figur ist in Japan im Jahr 2015 innerhalb von wenigen Wochen zu einem absoluten Kult geworden und zierte zahlreiche Läden und Cafés. Der Hype ist auch jetzt 2 Jahre später keineswegs abgeklungen, wie sich im Laufe des Tages herausstellen sollte…

… denn keine 10 Sekunden (!!) nach unserer Ankunft in der Eingangshalle des HBF wurden wir schon mit „Umaru-chan!!!“ angesprochen, bzw. von der Seite angesprochen. Das sollte sich auch bis zum Verlassen eben jener Eingangshalle noch einige Male wiederholen 😉 Hier und da wollten uns auch einige kostümierte Leute, überwiegend junge Damen, umarmen. Warum eigentlich nicht, immerhin sehen wir doch sooo putzig aus 😀

Draußen in der mittlerweile stärkeren Nachmittagssonne folgten wir einer größeren Gruppe Richtung Rheinufer, wo quasi das Epizentrum des Japantags gelegen war. Mehrere Kilometer Fußmarsch standen an, aber das hat uns kein bisschen gekümmert, da wir diese Strecke in den zurückliegenden Jahren unzählige Male abgespult hatten.

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Nach einer guten halben Stunde sind wir dann endlich angekommen. Begrüßt wurden wir von dieser Kollegin, der ein interessantes Schild bei sich trug. „Why so serious“ könnte für viele Menschen zutreffen, die das ganze Jahr über einen auf Ernst und Taff tun müssen, aber an einem Tag wie heute einfach nur scherzen und lachen können, bzw. sollten. Denn wie heißt es so schön? Jeder Tag ohne ein Lächeln ist ein verlorener Tag :) Ich merke gerade, dass ich einen Tick zuviel Sinnhaftigkeit da hineininterpretiere. Ich fahre dann mal besser fort ^^

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Anfangs noch recht überschaubar, füllten sich doch stetig nach und nach die Straßen. Soviele Menschen, soviel zu sehen. Einfach nur herrlich! Was aufgefallen war: hatten wir letztes Jahr noch den Eindruck, dass der Anteil an Cosplayern zurückgegangen sei, so mussten wir feststellen, dass dies in diesem Jahr keineswegs der Fall gewesen ist.

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Die Rheintreppe stellte immer wieder einen beliebten Ort zum Verschnaufen dar. Auch dieses Jahr konnte man sich nach stundenlangen Herumschlendern einfach mal hinsetzen, eins erzählen, einen Happen essen oder diverse alkoholische Getränke zu sich nehmen^^Für das abschließende Feuerwerk würde ich die Rheintreppe gar als „Logenplätze“ bezeichnen. Macht euch aber keine falsche Hoffnung, denn diese Plätze sind i.d.R. immer als allererstes besetzt.

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Nach bereits gut 2,5 Stunden war unser Fazit bislang: überraschend viele Leute, die unseren dargestellten Charakter kennen – und ihn auch gerne herzlich drücken :3 Das erfreute uns sehr, und ganz besonders mich ^^

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Doch der Japantag war nicht nur dazu da, um zahlreiche so genannte „Cosplays“ (dt. Kostümspiel, Darstellung eines bestimmten Charakters) zu erblicken, sondern auch, um der japanischen Kultur näher zu kommen. „Way of Life“ würde man das heutzutage coolerweise bezeichnen, aber das nur am Rande. Ein Beispiel war die Darstellung der Yumi (Info), den japanischen Langbögen. Diese erreichen ihr Ziel auch bei gut und gerne 2000m Entfernung! Die wahren Scharfschützen!

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Doch was wäre Düsseldorf ohne seine Fortuna – kurze Info am Rande; die Fortuna Düsseldorf befand sich einen Tag vor einem wichtigen Heimspiel, dem letzten der Saison und vor dem hoffentlichen Klassenerhalt. Infostände sollten die Fans und Unentschlossenen nochmals mobilisieren, um am nächsten Tag im Stadion der Mannschaft die Daumen zu drücken.

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Zurück aber zum Wesentlichen: sehr oft gab es Cosplayer, die eine Armee- oder Kämpferfigur verkörperten. Sehr oft wusste man nicht, ob es sich um Cosplayer oder um richtige Polizisten handelte. Erst beim genaueren oder zweiten Hinschauen war man schlauer. Links neben den beiden Soldaten übrigens der Hauptcharakter aus der Serie Chobits

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Irgendwann später merkten wir, dass die Kraft schwindete. Nahrung und Flüssigkeit musste her, also eins der unzähligen Getränke- und Speisenstände konsultiert und sich die ein oder andere Köstlichkeit unter den Nagel gerissen. Ich entschied mich für Manju, einem Hefeteig gefüllt mit Hackfleisch und Gemüse. Klingt lecker, war es auch; darum kam ich auch nicht mehr dazu, noch ein Foto zu machen. Dazu ein kühles Kirin-Bier, um mich ein wenig abzukühlen. Ritti entschied sich abermals für seine Sushi-Auswahl sowie Calpis Soda, einer japanischen Limo, die nach Sprite schmeckte, jedoch eher nach Milch aussah und ebenfalls einen milchigen Abgang hatte. Kurios, aber überraschend lecker und erfrischend!

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Nach mehrmaligen Auf- und ab am Rheinufer wurde es Zeit, wie schon letztes Jahr, in mein zweites Cosplay zu schlüpfen: L aus Death Note (wat?). Dies bedeutet für den Cosplayer, dass er eigentlich Barfuß laufen sollte, was ich aber aus Scheu die letzten Jahre immer vermieden hatte. Dieses Jahr war Schluss damit und so lief ich die nächsten Stunden, komplett in meiner Rolle, schuhlos über den Japantag. Eigentlich war es gar nicht mal so schlimm, wie ich es mir eigentlich vorgestellt hatte… Ein wenig posieren durfte natürlich auch nicht fehlen

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Und ich war nicht alleine! Auch diesmal haben mich zahlreiche Freunde der japanischen Popkultur erkannt und verkörperten sogar manchmal dieselbe Figur. Das bringt zwar womöglich das Raum-Zeit-Koninuum in Wallung, da es doch nur einen „L“ geben kann, aber heute durften wir mal ein Auge zudrücken *g* Die nette Dame hatte sogar figurtypisch etwas süßes für mich dabei und teilte dies auch mit mir. Den Fächer habe ich übrigens an einem ANA-Infostand erhalten; der Flugreisegesellschaft, welche wir zu unserer Reise nach Japan in diesem Jahr ebenfalls nutzen werden!

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Bislang war der Tag sehr interessant und erheiternd, aber irgendwas fehlte noch. Wer meine letzten Blogtexte gelesen hat, dürfte festgestellt haben, dass ritti und ich eine regelrechte Obsession für Takoyaki (Oktopus in Teigmantel) entwickelt haben; leider waren diese in den Essensbuden am Rheinufer bereits ausverkauft :-( Macht aber nichts, denn wir wussten schon vom Vorjahr, dass es an einer Stelle immer Takoyaki geben wird: im Japanviertel der Stadt. Auf zur Immermannstraße!

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Dort angekommen fanden wir prompt unsere heiß begehrten Takoyaki. Schon alleine das Angebot hat uns dermaßen strahlen lassen, dass wir mit unserer Freude die Verkäuferin mitangesteckt hatten und sie aus dem Grinsen nicht mehr hinaus fand ^^ Ittadakimasu!

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Ebenfalls nicht fehlen durfte unsere Lieblings-Süßspeise: Kakigori (Bröseleis mit Sirup). Das einzige, was uns ein wenig verärgerte, war die Menge des Sirups; diese hätte ein wenig großzügiger ausfallen können. Naja seis drum; wir fühlten uns wieder als wären wir in Kyoto am Fuße des Kiyomizu-dera-Tempels, wo wir diese Erfrischung das erste Mal zu uns nahmen^^

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Um jetzt die kulinarischen Themen des Japantags abzuschließen, habe ich mir ein paar Geschäfte weiter noch was für auf den Weg zurück zum Rheinufer geholt: ein Onigiri (Reisbällchen) mit „Hühnchen auf Teriyaki-Art“ – Füllung zubereitet

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Mittlerweile stellen wir uns auch immer mehr die Frage, wo unsere Damen momentan abhängen würden. Diese sollten uns eigentlich am Japantag begleiten, leider sollte sich herausstellen, dass wir sie mehrmals verpasst haben und sie mittlerweile wieder im Hotel seien, um sich auf eine koreanische Nachtparty vorzubereiten. Naja kann man nichts machen.

Zurück am Rheinufer haben wir uns nochmals ausgiebig die zahlreichen teils sehr aufwendig gestalteten Cosplays angeschaut. Eins davon fand ich richtig gelungen und war auch noch gleichzeitig die Hauptfigur eines Animes, welchen ich immer noch schaue: Assassination Classroom mit dem Hauptcharakter Koro-sensei. Koro (殺) ist hier das Kanji für „Mörder“ oder „Killer“, also der „Killerlehrer“. Schaut euch am besten mal den Anime an ^^ Da ich als „L“ in meiner Serie einem Mord durch einem göttlichen Wesen zum Opfer falle, ist dieses Foto für Kenner zwar etwas makaber, aber auf der anderen Seite einfach ein tolles Foto^^ Danke Koro-sensei!

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Übrigens haben wir dieses Jahr etwas anders gemacht als all die anderen Jahre: wir fahren jetzt öfter mal mit der U-Bahn! Dank eines 2-Personen Tagestickets konnten wir sämtliche öffentliche Verkehrsmittel nutzen und einiges an Zeit einsparen. Die Verbindungen wurde dabei extra für den Japantag aufgestockt und die Züge fuhren regelmäßiger. Das war angesichts der Menge an Leute auch bitter nötig, denn quasi ständig mussten wir auch mit einem ausgelasteten Handynetz kämpfen, da zuviele Menschen eine Funkzelle nutzten. Sich da abzusprechen ist eine Herausforderung!

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Mittlerweile war der Tag zeitlich schon ziemlich fortgeschritten und wir durften uns noch für wenige Stunden über einen spontanen Besucher freuen: unseren Freund Heiner, der nach dem Besuch des Drittligaspiels VfL Osnabrück gegen den mittlerweile abgestiegenen SC Paderborn 07 noch die Bundesligakonferenz geschaut und anschließend mit dem Zug nach Düsseldorf gefahren ist. Danke, dass du da warst. Wir haben alle nochmal so richtig herzlich gelacht 😀 😀

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Zum Abschluss gab es dann noch das traditionelle Feuerwerk! Ein wunderschönes Ende für einen gelungenen Tag!

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Nach dem Feuerwerk ist vor dem Feuerwerk – unfassbar riesige Menschenmassen stürmen in Richtung Hauptbahnhof, um wieder nach Hause oder ins Hotel zu fahren. Wer schlau ist, verlässt das Feuerwerksspektakel ein wenig früher und umgeht so dem unvermeidbaren Stau. Das haben wir auch gemacht, verabschiedeten Heiner an der Parallel-S-Bahn und stiegen in unsere ein. Ein langer, aber toller Tag liegt hinter uns, der wie schon vor zwei Jahren die Ruhe vor dem Sturm darstellt: unsere Reise nach Japan, Teil II. Freut euch drauf 😉

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Sichtlich ausgepowert von einem langen Tag verabschiede ich mich bis zum nächsten Blogeintrag von mir,

Euer dee~

Mobil und Satt in Japan – Teil 3

17. Februar 2016

Nach langer Ruhe auf diesem Kanal mal wieder ein paar Sachen aus Japan ..

9. Automaten

Es gibt da ja dieses Gerücht, dass in Japan an jeder Ecke Automaten stehen. Und Dee hat es ja in seinen Beiträgen schon erwähnt: Ja, es stimmt. Wenn man (selbst bei 38 Grad und 70% Luftfeuchte) eins nicht tut, dann verdursten. 😀

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Man konnte wahlweise mit Münzen, 1000 Yen Scheinen, oder IC-Card (RFID) bezahlen. Hinter der Scheibe sah man die Getränke, darunter der Preis. Wenn leer ist, leuchtet die Ausgabetaste rot. Die Flaschen waren aber alles nur Attrappen, und nur zu halb 😀
Auch sind die Getränke immer gekühlt.
Die Getränke sind garnicht mal so teuer. An den normalen Automaten, die überall rumstehen kostet beispielsweise eine Flasche Wasser 110 JPY und eine Flasche Aquarius (Dee’s Standardgetränk 😀 ) 160 JPY. Eine kleinere Flasche Wasser kostete 100 JPY, aber das war auch nur die Hälfte drin. 250 ml, die 10 Yen sollte man dann doch schon haben. ^^

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Später trafen wir auch auf Automaten mit alkoholischen Getränken, und welche die Eis hatten, in Akihabara gab es dann auch die bekannten Kran-Spielautomaten. Und NEIN, die Automaten mit getragener Damenunterwäsche haben wir nicht gesehen, aber mich würde es nicht wundern, wenns die tatsächlich gibt 😀

10. Anata no konbini, family mart, oder: Die Konbinis

Wenn mir etwas richtig fehlt aus Japan, dann wohl unter anderem die Konbinis (oder auch „Konvini“). Japanisch kurz für: Convinience Store.
Was ist denn das wieder? … Nun, das sind kleine Märkte, die immer geöffnet haben. Ob Tag, ob Nacht, ob Feiertag: Man verhungert eben auch nicht 😀

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Man kann also auch, wie es uns öfter ging, der Hunger plagt, nachts um 3 rausgehen und im Konbini einkaufen gehen. Sicher, Obst kriegt man dann nicht mehr (dazu kommen wir noch), aber son leckeres Nudel-UFO war dann immer drin. Den Nachthiunger zu stillen war also nie ein Problem 😀
Dort gibt es alle Sachen des täglichen Bedarfs, Essen, Trinken, aber auch zB Manga-Magazine (die Telefonbuchdicken Teile 😀 ) …
Unterschied zu den Märkten hier auch, dass dort Geld nie in die Hand gegeben wird, sondern immer in der Schale deponiert wird. Auch muss man für die Plastiktüten nicht nur nichts bezahlen, nein, man bekommt seinen Einkauf vom Verkäufer sogar eingepackt. Außerdem kann man sich sein Essen auch aufwärmen lassen. Großeinkäufe sind auch eher unüblich, so waren wir auch eher jeden Tag nach unseren Ausflügen in einen Kombini drin.

Mobil und Satt in Japan – Teil 2

21. Oktober 2015

Soo, nun geht es mal weiter im Text!
Sorry, dass das immer mal ein wenig dauert.

7. Hayabusa, die II.

Am nächsten Tag waren wir bekanntlich unterwegs, um den Rucksack vom Dee wieder zurückzuholen.
Von der Japanerin, die wir da getroffen haben, lernten wir zu erst, dass es genauso Bahnen gab, an jedem „Kuhkaff“ halten (Local), und welche die vorbeifahren (Rapid), ähnlich wie RegionalExpress und -bahn hierzulande. Wir währen da an Toyoda vorbeigerauscht. Mussten unterwegs umsteigen. Wir hätten echt vorher mal „Densha de Go!“ spielen sollen 😀
Wenn man schonmal in der Nähe ist, „Where is the JAXA Open House?“ – „The Hayabusa space probe?“ – „Yes!“ 😀
Im Bahnhof von Toyoda gab es dann eine längere Unterhaltung zwischen der Frau im Office von JR und unserer hilfbereiten Japanerin. Da wurde auch rumtelefoniert, welcher Bahnhof dann nun der richtige sei.
Nach unserem doch eher westlichen „Mittagessen“ ging es dann Richtung Fuchinobe Station.

Auf dem Zettel stand ja „by foot Ni Juppun“ (Zu Fuß 20 Minuten), und das war in sängender Hitze alles andere als angenehm. Dabei die Angst für Sonnenstich und -brand, ging es durch Straßen für Straßen. Mal links rum, mal rechts rum, mal gerade aus… trafen am Anfang nur auf eine Mauer, kein Eingang in Sicht.
Weiter nach rechts, und ne Straße hoch: Da hatte ich endlich ein aus den Hayabusa-Filmen bekanntes Bild vor Augen:

Da waren wir nun also. Bei der JAXA. Ein Ziel, zu dem ich vorallem hinwollte, aber eigentlich später 😀
JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency) ist die Japanische Raumfahrtbehörde. Von ihr gingen zB die Sonden Akatsuki (Venussonde) mit dem Sonnensegel-Experiment Ikaros, und Nozomi (Marssonde) aus.


Sonnensegel-Experiment Ikaros

Bekannt wurde aber dann Hayabusa, eine am 9. Mai 2003 gestartete Raumsonde, die als Ziel den Asterioden 1998 SF36, auch Itokawa getauft, hatte.


Hayabusa Raumsonde


Asteriod ITOKAWA (1998 SF36)

Ich selbst habe, komischerweise, von dieser Sonde als allererstes vom Hatsune Miku Lied „Hayabusa“ gehört.
Nur, warum besingen die Japaner eine Raumsonde? Und warum gibt es davon 4 Kinofilme?? Selbst einen Manga gibts darüber?!??.. Da musste irgendwie mehr dran sein. Dann las ich die Geschichte darüber und war mehr als fasziniert.


„Asteroid Explorer Hayabusa-San“-Manga

Die Mission klang einfach: Fliege zum Itokawa, sammle Proben, und komme wieder.
Währen der Hinflug noch klappte, klappte die Landung auf dem Asterioden schon nicht richtig. Die Entfernungen stimmten nicht richtig, und Hayabusa prallte zu hart auf. Proben konnten aber trotzdem gesammelt werden.
Der Rückflug war aber die ganze Dramatik an der Geschichte. Bei dieser fielen die Reaktionsschwungräder (jaja, MADE IN USA 😛 ) aus und der Treibstoffvorrat gefror. Es konnte nichtmehr alle Triebwerke gezündet wrden.
Die Sonde verfiel in einen „Abgesicherten Modus“ und die Kommunikation brach ab.
Eine bekannte Szene in allen Hayabusa-Spielfilmen: Das starren auf ein Oszilloskop, was die Signalstärke anzeigt, in der Hoffnung dass die Sonde wieder sendet.
Witzigerweise gab es eine ähnliche Szene auf das Warten des Empfangs der ESA-Sonde „Rosetta“ .. mir kam das dann ja sehr bekannt vor. 😀
Das Signal kam (wenn auch langsam) irgendwann wieder, und die Sonde konnte wieder gesteuert werden.
Die Triebwerke fielen immer wieder aus, und meherere Tricks der Ingeneure brachten die Sonde zur Erde zurück. Die Sonde konnte ihre Probenkapsel abtrennen. Die Sonde selbst verglühte in der Erdatmosphäre, während die Kapsel sicher in Australien landete.


Letztes Bild von Hayabusa: Die Erde (Quelle: JAXA)

Das war sie, die Geschichte von Hayabusa. Eine zweite Mission, genannt „Hayabusa 2“ ist im Dezember 2014 gestartet und ist unterwegs zu einem anderen Asteroiden, 1999 JU3, auch genannt „Ryugu“, wie er am 5 Okt 2015 getauft wurde. Dort sollen ebenfalls wieder Proben gesammelt werden, und es werden einige Experimente durchgeführt. Diese hat es sogar in die deutschen Medien geschafft, weil auch ein deutsches Experiment der DLR/ESA, der Lander MASCOT, an Bord ist.
(Z.B. hier bei Heise.de)
Wünschen wir also Hayabusa 2 einen guten Flug, und der JAXA eine erfolgreiche Mission!
Sehr ausführlich über die Mission schreibt übrigens Bernd Leitenberger auf seiner Seite.

8. Das japanische Fernsehen

Nach diesen beiden „Ausflügen“ waren wir ziemlich kaputt und kamen im Hotel an. Ein bisschen Fernsehen währ nicht schlecht.
Ein wenig komisch guckt man auf die Fernbedienung… „地上“?, „CS“??, „BS“??? Ok, ein paar Zahlentasten noch, und da tut sich dann auch was.
Es kamen Sender wie NHK G (ÖR-Allgemein), NHK E-Tere (ÖR-Bildungs-TV), TV Tokyo oder TBS auf den Schirm. Aber viel mehr schien da nicht zu kommen.
Wenn ich da nicht doch noch gewusst hätte, wo der Hase läuft. Eines meiner Hobbys ist ja auch die Fernsehtechnik.
地上 wortwörtlich übersetzt bedeutet „Über dem Boden“, hier würde man das wohl „DVB-T. Das Überallfernsehen.“ nennen, sprich: Antennenempfang.
BS ist „Broadcast Satellite“, kurz gesagt Satellitenempfang.
CS ist „ComSat“, eher bezeichnet als Pay-TV Empfang.
Warum ist da überall so ein Unterschied? … Naja, die Programminhalte unterscheiden sich massiv nach Empfangsart. Auch werden da zB andere Rundfunkgebühren fällig, wenn man zB auch Satellit empfängt.
Während sich das 地上-Programm überwiegend auf japanische Produktionen stürzt, gibt es auf BS mehr Internationale Filme und Sport zu sehen, so ja auch die Deutsche Bundesliga.
地上 hatte eben den Nachteil, dass es Lokal war. Wir konnten dann zB keine Anime von TOKYO MX in Kyoto mehr sehen, dafür gab es dort dann MBS, den Sender für die Kansai-Region.
Die BS-Programme waren da natürlich immer gleich, weil sie eben vom Sat kamen. In jedem Hotel die gleichen.
Tjah, und das Programm selbst … Abwechslung gab es da nun nicht. Im Grunde: Nachrichten, Gameshows, Doramas, Anime, und .. „Sonstiges“… nein, ich kann das einfach nicht einordnen!
Mit „Gameshows“ meine ich solche Sendungen, wie einst bei uns „Takeshis Castle“, diese sind dort zu Hauf im Programm. Takeshis Castle ist wohl die einzige, die es aus Japan hinausgeschafft hat.
Zu den Animes kann man sagen: So wie sich das so manch Anime-Fan vorstellt, ist es nicht. Klar, es gibt definitiv mehr davon, in verschiedenen Blöcken. Frühs, Nachmittags, Abends, und des Nachts. Aber 24h am Tag gibt es dort, wie hier auch, nur sowas wie Animax, im CS-Fernsehen… gegen Geld.

Seltsam kam uns auch das Konzept vor, bei Beiträgen andere Reaktionen von Studiogästen aufzufangen, wie im folgenden Bild zu sehen. So richtig erschließt sich der Sinn dahinter nicht:


地上-Programm: Keine Ahnung welches. Was da läuft: KEINE AHNUNG!! 😀

BS-Fernsehen war irgendwie etwas gemäßigter, erinnerte ein wenig an TV wie zu Hause. Nen paar int. Filme, ältere japanische Serien, (vorallem lange) Nachrichtenblöcke, Sport. Aber auch mal der ein oder andere Anime war zu sehen. NHK BS1 brachte schon erwähnt die Bundesliga, Premier League, und es war auch mal ab und zu etwas auf Deutsch zu sehen und zu hören. Manchmal übertrugen sie ZDF-Auslandsjournal. War irgendwie witzig, so 8000km entfernt von Deutschland.
Die 地上-Sender haben oft einen Ableger auf BS. TV Tokyo hatte zB BS Japan, TV Asahi mit BS-Asahi usw.
Nachts sendeten diese Sender übrigens dann nur noch Teleshopping. (Während die „Bodensender“ einfach abschalteten, mit Testbild)


BS-Programm: BS-Fuji, 9:20 Japanischer Zeit.


BS-Programm: NHK BS1, Premier League, 1:45 Japanischer Zeit.

CS-Fernsehen war Pay-TV, ähnlich wie hier in Deutschland Sky. Dort war es halt Sky PerfecTV.
Hatten wir ja nicht viel, jedoch gab es ab und zu mal Gratisphasen einiger Programme (wie im Bild Disney Channel) oder J-Sports, wo man dann japanischen Fußball gesehen hat. In Kyoto gab es dann auch mal die Japanische Version von CNN, Cartoon Network und FOX zu sehen. Da wir dafür nicht bezahlt hatten, waren diese Sachen oft nicht zu sehen.


CS-Programm: Disney Channel

Im ersten Hotel Hanzomon hatten wir dann noch so einen komischen PayTV-Receiver drannhängen, da war eine zweite Programmwippe auf der Fernbedienung. Dort waren dann für ein paar Minuten Hardcore-Pornos zu sehen, danach wurde auf Blau geschaltet. Ja, man konnte wohl an der Rezeption Karten zum Aufladen erstehen, die man in dieses Gerät steckt und „abtelefonieren“ konnte.
In Deutschland undenkbar sowas 😀

Dann gab es ja noch die Erdbebenwarnungen.
Ja, die sind im Jap. TV allgegenwärtig, und werden auf jedem Sender oben Mittig angezeigt. Mit Angabe der Stärke, des Umkreises und der betroffenen Gebiete.


Erdbebenwarnung auf NHK G, wo ich wieder in Deutschland war.

Mobil und satt in Japan – Futtern und Fahren im Land der aufgehenden Sonne

24. September 2015

… ja, so nannte einer der Leser dieses Blogs das bisher Geschriebene. 😀
Hier ist (nach langer Zeit) mal wieder ritti, und damit Herzlich Willkommen zum vermutlich letzten (mehrteiligen) Artikel zum Thema „Japanreise 2015“.
Ich will hier noch ein paar Worte aus meiner Sicht loswerden und auch die ein oder andere japanische Kuriusität aufzeigen.
Es ist nun schon 4 Wochen her, seitdem wir aus dem Urlaub wiedergekommen sind und der Alltag im Berufsleben hat uns wieder eingeholt.
Aber gehen wir nochmal an den Anfang des Urlaubs zurück …

1. Aeroflot und der Flughafen Scheremetjevo

Schon lange Zeit vor der Abreise versuchte ich, mich über unsere Airline zu informieren. Man las da oft so Sachen wie „Oh gott, wollt ihr denn nicht heil ankommen?“ oder „Bedienung unfreundlich“ oder „Es laufen nur Filme über das Fischen an der Volga“ …
Gleiches gilt für den Flughafen. Angeblich findet man sich dort nicht zurecht und kein Schwein würde Englisch sprechen.
Ganz genau das Gegenteil war der Fall, der Flug war sehr angenehm. Eng war es sicher (mal abgesehen vom ersten Flug), aber das ist nunmal Economy Class, irgendwie ging es halt. Wir legten auch immer mal eine „Pause“ ein und liefen im Flieger rum. So oft ich die Stewerdess auch herbeigeklingelt hab, um etwas Wasser zu bekommen, ist auch nicht normal. Hatte aber ab Moskau Brand und die Becher waren doch aberwitzig klein. Es war aber nie ein Problem. Waren immer freundlich. Die Filmauswahl war reichlich, das Essen prima.
Von den 3 von uns besuchten Flughäfen fand ich tatsächlich Moskau-Scheremetjevo am angenehmsten.
Sicher, eine solche Schlange vor der Passkontrolle schreckt erst mal ab:

.. Aber das ging wirklich Ratzbatz. Und nach einer ähnlich schnellen Kontrolle im Scanner bot sich dann dieses Bild hier:

Die Geschäfte (und auch zB der im Artikel erwähnte Burger King) sind alle _hinter_ der Kontrolle. Man kann also Problemlos auch noch ne Flasche Wasser oder ähnliches mit in den Flieger nehmen. Das habe ich dann leider zu spät bemerkt. :(
Danach wiegesagt ordentlich Brand gehabt, 9h lang. Das war uns dann eine Lehre, denn wir hatten dann auf dem Rückflug ja Rubel getauscht. 😀

2. Die Ankunft

Nach der erwähnt Butterweichen Landung kamen ja als erstes die Kontrollen. Die von mir gefürchtete Kontrolle der Medikamente fand garnicht erst statt, denn der Schalter war ja zu.
All die Arztbesuche vorher, um kleinere Packungsgrößen für meine rezeptpflichtigen Medikamente zu bekommen, sinnlos. Aber naja, der Schalter hätte ja auch offen sein können.
Die Formulare bei der Immigration sorgten zwar erst für Verwirrung, aber das klärte sich schnell auf, und kamen zügig durch die Einreisekontrolle und bekamen unsere „Temporary Visitor“-Visa in den Pass geklebt.
Ach ja: Dort sind _mehrere_ Schalter offen gewesen, und so baute sich die meterlange Schlange binnen _Minuten_ ab! Sowas möchte ich mal in Deutschland erleben!! 😀
Dann Koffer holen (meiner war dank des geflickten Griffs in der Tat schnell auszumachen), und mit der gelben Zollkarte ab durch den Zoll. Tjah, und da waren wir dann also: Narita, Japan!

3. In Japan kommt nichts weg!

Meinen Rucksack ließ ich ja bekanntlich stehen, Hektik und Übermüdung durch Jetlag trafen aufeinander.
Viele Reiseberichte hatte ich gelesen, und immer wieder hieß es: In Japan kommt nichts weg! .. Und in der Tat: Nix geklaut, alles drin. Immerhin waren da meine Papiere, der ganze Technikkrempel und die rund 70000 JPY drin. Also kann man dieses „Gerücht“ wohl wirklich bestätigen: Es kommt in Japan nichts weg!
Das sollte sich ja dann später bei Dee seinem Rucksack nochmal wiederholen.

4. JR Pass und die erste Zugfahrt

Dann ging es zum JR Office, um an unsere JR Pässe zu kommen. Die Bürokratie dafür wurde ja erwähnt, aber die elendig lange Warterei dafür nicht. Wir standen ja schon ne ganze Weile vor dem Office. Das war ich glaube auch das einzigste Mal, dass wir auf irgendwas lange warten mussten. Innendrin wurde es seltsam, das Ende der Schlange war nicht richtig ersichtlich. Wir standen erst falsch.
Dann war es Zeit, erst mal zu Hause anrufen. Zu Hause war es 5 Uhr Nachts, aber da mein Vater um die Zeit eh für die Arbeit aufsteht, war das Ideal. Ein anderer deutscher Tourist fragte mich, wie ich da telefoniere. Aber ich hab tatsächlich einfach nur für die teuren 2,49 EUR/Min Roaming telefoniert. Nix besonderes. Das sollte dann nicht nochmal passieren, denn wir hatten ja dann andere Mittel und Wege.
So bekamen wir nach einem ganzen Stück Wartezeit nun doch unsere JR Pässe:

Diese Japan Rail Pässe ermöglichten uns, nahezu alle Verkehrsmittel der Japan Railway zu verwenden. Ausnahme waren vorallem die beiden schnellsten Shinkansen-Züge Nozomi und Mizuho. Aber so schlimm war das nichtmal, denn die Sakura und Hikari Züge fuhren ja bekanntlich auch ihre 270 km/h 😀
Überall gab es ja an den Bahnhöfen diese Schranken, in die man normalerweise sein Ticket steckt oder eine IC-RFID Bezahlkarte dranhält. Am Ende der Fahrt tut man das dann wieder an einer solchen Schranke, und wird entweder durchgelassen oder man muss nachzahlen.
Das traf für uns JR Pass Besitzer aber nicht zu. An diesen Schranken gab es an der Seite auch ein Office, wo ein Bahnmitarbeiter drinsitzt. Der kümmert sich um alle Belange, die nicht mittels der automatischen Schranken gelöst werden können, zB auch um Rollstuhlfahrer hindurchzulassen.
Diesem Mitarbeiter braucht man nur die JR Pässe zu zeigen, und man wird ebenfalls durchgelassen. Diese sind ja schon in Deutschland bezahlt worden. Für den N’EX Zug braucht man dringend eine Sitzplatzreservierung. Diese ist aber mit dem JR Pass ebenfalls kostenlos. Dies betrifft auch Reservierungen in Shinkansen-Zügen.

Nachdem wir also das erste Mal unsere JR Pässe einem Bahnmitarbeiter gezeigt hatten, befanden wir uns am Bahnsteig. Der Zug kam alsbald. Reingehen durften wir nicht sofort (wie man das irgendwie gewohnt war) sondern mussten erst warten, bis der Zug gereinigt wurde.
Aber dann gings auch schon los, wir saßen im N’EX Richtung Tokyo Station. Während Dee vor Müdigkeit einschlief, konnte ich das aus unerfindlichen Gründe nicht. Ich musste mir unbedingt die doch fremde Umgebung ansehen.

5. Next Station is Yotsuya. The Doors on the right side will open.

Aus dem N’EX ausgestiegen konnte man recht schnell feststellen, dass wir in Japan sind. Eine brüllige Hitze ging uns entgegen. Wir konnten nicht ahnen, dass das noch garnix war.
Etliche Rolltreppen ging es dann Richtung der orangenen Chuuou-Line. Dabei viel auch schon der Linksverkehr, der in Japan ja üblich war, auf. Auf den Rolltreppen standen die Leute auf der linken Seite, an der rechten konnten Leute vorbeigehen, denen es nicht schnell genug ging. Auch auf normalen Treppen geht man an der linken Seite hoch.
Im Zug der Chuuou Line fuhren wir dann bis Yotsuya. Beim Ausstieg viel uns auf:
– Was für eine Affenhitze hier!
– Lautes, sehr lautes, Rauschen und Zirpen
Ja, dieses Geräusch war ja auch sehr oft in den Animes zu hören. Es sind die Zikaden.
Insekten, die an Bäumen kleben und dort einen ziemlichen Lärm veranstalten.

6. It talks!

Nachdem wir unseren Marsch in sängender Hitze hinter uns hatten, und im Hotel eingecheckt haben, viel uns irgendwie auch gleich der Fahrstuhl auf: Doa shimarimasu, nana-kai desu (Türen schließen sich, siebter Stock). Aber das war ja nicht alles. Irgendwie scheint alles zu sprechen, auch Fahrzeuge, Automaten und Rolltreppen 😀
Zudem vielen wir irgendwo doch zuerst auf den „Trick“ rein, dass es dort kein Erdgeschoss gibt. 1F ist das Erdgeschoss, und B1 das erste Kellergeschoss. Nach oben und unten gibt es keine Grenzen.
Im Fahrstuhl des ersten Hotels war es zurecht verwirrend, da das „F“ fehlte und darunter ein Kanji war, wo man hätte annehmen können, es würde das Erdgeschoss darstellen. Diese waren aber lediglich zum öffnen und schließen der Türe:

Ja, und hier mache ich mal Schluss für heute. Es wird also doch wieder ein Mehrteiler werden ^^
Seid gespannt auf Teil 2.

Japan Tag 19: Sayonara, Nippon!

23. August 2015

Hallo liebe Leser, es ist soweit: der letzte, offizielle Blogeintrag zu unserem Japanurlaub 2015 :)

Zunächst einmal ein großes Dankeschön an alle LeserInnen und Leser, die sich unsere Erlebnisse durchgelesen haben – ich hoffe es hat euch ein wenig Spaß gemacht :)

Doch erstmal ran an den Speck – der letzte Tag war also angebrochen und 7:30 Uhr japanischer Ortszeit verließen wir unser Hotelzimmer, um noch einmal frühstücken zu gehen. Dabei hinterließen wir den Raumpflegern eine kleine Nachricht :)

Zum Frühstück: ich hatte erneut japanisch; ritti diesmal westlich. Es hat wie immer sehr gut geschmeckt :) Ich weiß jetzt schon dass es mir sehr fehlen wird…

Da unsere Sachen schon fertig gepackt waren, mussten wir nur unseren Hotelschlüssel abgeben und konnten dann auch schon aufbrechen. Wir bedankten uns für die beiden schönen Tage bei den Besitzern des Ryokans und gingen in Richtung Asakusa Station, um die Ginza U-Bahnlinie nehmen zu können. Von dort aus fuhren wir nach Ueno, um in die Yamanote Linie zu wechseln – um allerletzten Mal :( Wir fuhren bis Tokyo Terminal und gingen zu den Narita Express Gleisen. Da wir die Sitzplatzreservierungen schon gestern vorgenommen haben, mussten wir nur noch auf den Zug warten und einsteigen. Pünktlich wie von japanischen Zügen gewohnt fuhren wir um 9:00 Uhr in Tokyo ab und kamen pünktlich gegen  10 Uhr in Narita Airport Terminal 1 an. Dort angekommen mussten wir erstmal ein paar Stockwerke höher gehen, da sich dort die Eincheckhallen befanden 😉

Dort gaben wir dann auch recht zügig unsere Koffer auf – komischerweise war mein Koffer nun ca. 5kg schwerer, obschon ich nicht wirklich mehr dadrin verstaut hatte – eigenartig ^^ 20,5 kg waren es; ab 23 kg musste man Extra bezahlen – gerade also nochmal Glück gehabt^^

Danach suchten wir unser Gate – glücklicherweise war alles schön übersichtlich ausgeschildert

Dann hieß es erstmal warten auf den Flieger… Abflugszeit war 12 Uhr 😉

Nach erneuter Verspätung (wie beim Hinflug auch schon) konnten wir dann endlich das Flugzeug besteigen – jedoch kamen uns die Bordcomputer an den Sitzen ein wenig komisch vor 😀

Wie sich später herausstellte gab es ein massives Problem mit der Software für die Bordcomputer – diese bieten eine Nutzeroberfläche, worüber die Fluggäste Filme sehen, Musik hören und Spiele spielen können 😉 Irgendwann über Russland und 4 Neustarts später wurde dann der Hauptserver komplett neugestartet – und die Software lief dann auch erstmal. Ein Glück waren wir nicht die Informatiker für diese Gerätschaften ^^

Während des Flugs gab es insgesamt 2 warme Mahlzeiten und zwischendurch eine Art Häagen Dazs Eis – wer also nochmal behauptet bei Aeroflot würde man nicht so gut behandelt, der soll nochmal genauer hingucken! Wir konnten jedenfalls nicht klagen :)

Um 16:10 Uhr Ortszeit kamen wir dann in Moskau an … ja genau wir sind ja „nur“ 4 Stunden geflogen ^^ Zeitzonen sind was tolles… Jedenfalls haben wir vor Ort ein paar Euroscheine in russische Rubel eingetauscht und uns ein paar Snacks und Getränke besorgt. Für mich gab es ein russisches Kit-Kat 😀

Um 18:10 dann konnten wir unsere letzte Maschine betreten, die uns nach Frankfurt am Main Flughafen zurückbringen sollte. Auch bei diesem Flug wurden wir wieder bestens verpflegt 😉 Wenn es ein Manko bei der Airline gibt, dann dies, dass man nach dem Essen schon Mal ein wenig länger warten muss, eh die Stewardessen den Unrat wieder aufsammeln ^^ Aber ansonsten einfach nur top!

21:30 Uhr Ortszeit kamen wir dann in Frankfurt an und verließen das Gate, um unsere Koffer aufzulesen – dabei mussten wir nur schlappe 5 Minuten warten, ehe wir auch schon zum letzten Schritt, der Zollkontrolle, übergehen konnten. Dort ließ man uns aber ganz einfach vorbei und wir mussten somit nicht mehr unnötigerweise unsere Koffer öffnen :)

Draußen vor dem Ankunftsgate und an der Haltestelle warteten wir dann noch auf unseren Shuttlebus für unser Hotel nahe am Flughafen, um uns noch nach dem sehr langen Tag ausruhen zu können, ehe sich dann morgen unsere Wege kreuzen werden – ritti kehrt zurück in den Osten, und ich nach Belgien 😉

Ganz vorbei ist es zum Thema Japanurlaub aber doch nicht ganz – bald folgt noch ein kleines Fazit und wir werden uns noch mit ein paar Klischees befassen und erklären, ob diese der Wahrheit entsprechen oder nicht – seid gespannt 😉

Also: In diesem Sinne,

 

Oyasuminasai~

Damien

Japan Tag 18: Das letzte Takoyaki

21. August 2015

Hallo liebe Leser und willkommen zu unserem letzten Blogeintrag aus Japan:)

kaum zu glauben aber wahr: 3 Wochen sind seit unserer Anreise in Narita vergangen – es kommt uns wie eine Ewigkeit vor, da wir hier soviel schönes (und auch manchmal schlechtes) erlebt haben ^^ Eins steht jedenfalls jetzt schon fest – dieser Urlaub wird uns noch lange in Erinnerung bleiben, als ein einziges, großes Abenteuer in eine weit entfernte, fremde Welt ^^

Zu unserem heutigen Tag gibt es prinzipiell nicht mehr allzuviel zu erzählen, da wir die meiste Zeit damit verbracht haben, unsere morgige Abreise vorzubereiten. Jedoch wollten wir noch ein paar Kleinigkeiten erledigen, und von denen werde ich euch nun selbstverständlich erzählen 😉

Zunächst fing unser Tag schon recht früh um 8 Uhr an, da wir in unserem Ryokan japanisches Frühstück bestellt hatten. Wir verließen also in Yukatas unser Zimmer und begaben uns auf den 1. Stock (In Japan Erdgeschoss) in den Speisesaal. Dort angekommen wurden wir freundlich (wie immer) zu unserem Tisch geleitet und nach nur 5 Minuten war unser Essen auch schon bereit. Das japanische Frühstück war zu dem aus unserem ersten Hotel beinahe identisch; einziger Unterschied: es gab zusätzlich noch Süßkartoffeln als Beilage! Schmeckte ein wenig wie Birne, aber war halt von der Konsistenz her Kartoffeln ^^ Dazu gab es wie damals auch schon Reis mit Thunfisch, Seetangblätter (um diese um den Reis zu wickeln und dann ähnlich wie Onigiri zu essen), ein Stück Fisch, Misosuppe, geschnittene Möhren sowie Tofu in Algensalat. Ritti hatte dabei ein wenig Schwierigkeiten mit seinen Essstäbchen, sodass unser Frühstück ein wenig in die Länge gezogen worden ist. Während ich bereits fertig war, genoss ich neben grünem Tee zusätzlich noch Schwarztee mit Milch – auf die fein englische Art ^^

Nach dem Frühstück kehrten wir noch einmal ins Zimmer zurück, um uns ein wenig auszuruhen – allerdings nur bis ca. 10:10, da ab 10:30 – 15:00 Uhr alle Hotelgäste wegen Reinigung der Zimmer eben jene verlassen mussten. Da wir also viel Zeit zur Verfügung hatten, fuhren wir erstmal mit der Ginza Metro Linie nach Ueno, um von dort aus nach Tokyo zu gelangen. Dort wollten wir unsere Sitzplätze für den morgigen Narita Express nach Narita Airport Terminal 1 vorbuchen, um morgen nicht wertvolle Zeit zu verlieren, da unser Flug bereits für 12:00 Uhr angesetzt ist. Wir gingen also zum Reservierungsschalter und erhielten zwei Sitzplätze für den Narita Express um 09:00 Uhr – perfekt!

Danach wollten wir noch ein allerletztes Mal nach Akihabara – dieses Mal aber nicht wegen Figuren oder Meidos, sondern wegen Spielkonsolen und Spielmodule. Eine gute Anlaufstelle war dabei das „Super Potatoe“, welche alles mögliche anbot :)

Auf drei Stockwerken fanden wir die unterschiedlichsten Spielsysteme – da wir in Japan sind, tragen die Geräte selbstverständlich manchmal andere Namen; das Famicom („Family Computer“) ist z.B. bei uns das Nintendo Entertainement System (NES), das Super Famicom ist bei uns das Super Nintento Entertainement System (SNES).

Das Aussehen war beim Famicom im Vergleich zum NES ganz anderes und hatte auch wesentlich mehr Zubehör, wie z.b. das Famicom Disk System, welches es erlaubte, sowohl Spiele als auch Software auszuführen 😉 Das SNES sieht dabei fast so aus wie der SNES bei uns in Europa – einzig das Videoformat (NTSC in Japan, wie in USA) unterscheidet sich zu unserem (PAL) sowie die Beschriftungen von Konsole und Controller.

Die Spielmodule hatten i.d.R. andere Titelbilder als bei uns und die Namen waren überwiegend japanisch; Ausnahmen waren z.B. Final Fantasy. Mehrere Spiele konnten in den einzelnen Etagen ausprobiert werden, und eins kam mir dann auch recht bekannt vor 😉

Dabei schwelgte ich in Erinnerungen, da ich damals die europäische Version besaß :) Doch nicht nur beliebte Klassiker waren zu finden – auch eher unbeliebte Konsolen wie der gefloppte Virtual Boy ^^ Leider konnte das Probeexemplar nicht benutzt werden… stattdessen konnte man die Konsole direkt kaufen 😀

An einer Seite gab es unzählige alte Gameboy Spiele – eins davon hatten wir so nicht direkt erwartet – Pocket Densha 2! Dabei handelt es sich um die Gameboy Version von einer Spielereihe, wo man bekannte japanische Zuglinien wie die Yamanote oder Chuo Line selber nachfahren kann – inklusive der Musik und Ansagen an den Bahnstationen, die wir ja mittlerweile verinnerlicht hatten ^^ Die Gameboy Version ist allerdings eine Armenversion der Reihe und verursacht gleichzeitig Augen- und Ohrenkrebs 😀

Auch ein interessantes Famicom Spiel: Super Mario Bros. 2! „Moment mal“ werden jetzt einige sagen – „das sieht doch eigentlich ganz anders aus oder?!“ Stimmt; bei uns in Europa ist Super Mario Bros. 2 die mit Mariofiguren angepasste Version eines anderen japanischen Spiels namens „Doki Doki Panic“. Das japanische „Super Mario Bros 2“ ist bei uns auf dem SNES bekannt als „Super Mario Bros. – The Lost Levels“; im Umkehrzug ist unser „Super Mario Bros. 2“ in Japan bekannt unter dem Titel „Super Mario USA“ 😉 Ein wenig nerdig, aber dafür sind wir ja u.a. hier 😀

Nochmal zurück zu Pocket Densha 2 – für die „große“ Version unter PS1 bzw. PS2 gab es einen speziell für das Spiel angepassten Controller käuflich zu erwerben – diesen hatten wir auch heute nicht erwartet 😉

Ritti hatte sich dann auch in einem für einen Famicom umgeschaut. Als Besitzer eines NES wollte er natürlich auch mal native, japanische Spiele ausprobieren und wurde auch recht schnell fündig: einen Famicom inklusive Disksystem – leider war die Konsole mit 12800 Yen (~105€) erstens recht teuer – und zweitens recht groß und schwer! Schweren Herzens musste er also seinen Kaufdrang ablegen 😉

Ebenfalls vertreten waren Spiele für noch ältere Konsolen wie z.b. den Atari 2600 – einer der legendärsten Spiele für das System war in einer Glasvitrine ausgestellt und unverkäuflich, da es sehr sehr teuer und selten geworden ist – die Rede ist von „E.T. the extra-terrestrial“. Um dieses Spiel gibt es eine Story, die sich gewaschen hat: innerhalb von nur 6 Wochen, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft, sollte das Spiel fertiggestellt sein und ordentlich die Kasse klingeln lassen, also wurden Unmengen an Kopien angefertigt, um den erwarteten Ansturm standhalten zu können – leider floppte das Geschäft gewaltig und später wurden riesige Restbestände irgendwo in New Mexico vergraben. Es gilt als eines der schlechtesten Spiele der Konsole und gar als schlechtestes Spiel aller Zeiten. Das Thema wurde unter anderem im 2014 erschienenen Independent Film „Angry Video Game Nerd – The Movie“ aufgegriffen. Die Spiele wurden Jahre später wieder ausgegraben und haben wie bereits erwähnt stolze Preise auf Ebay und co. 😉

Auf der höchsten Etage fand man viele alte Arcade Spielmaschinen, die man nur ausprobieren, aber nicht kaufen konnte :)

Nachdem wir das Gebäude wieder verlassen hatten, begaben wir uns auf die Suche nach einem bestimmten Spieletitel – „Densha 2 go for PSP“! Oben hatte ich die Gameboy Version erwähnt, die leider den Ansprüchen keineswegs gerecht wird; die PSP Version dagegen kommt vom Aussehen her an die PS2 Version sehr nah heran und bietet realistische Umgebungen. Leider suchten wir vergeblich, da die PSP in Japan mittlerweile nur noch für so genannte „Visual Novels“ benutzt wird, also quasi Spiele mit einer verzweigten Storyline, die abhängig von den Entscheidungen des Spielers zu verschiedenen Ausgängen, bzw. „Endings“ führt – schade!

Gegen 14:30 Uhr fuhren wir wieder nach Asakusa zurück. Dort angekommen, gingen wir erneut Kakigori essen, jedoch diesmal nicht mit Wassereisgrundlage, sondern mit Milch – und wesentlich feiner gemahlen. Ergebnis: om nom nom!

Nach dem Eis hatten wir noch ein wenig Zeit bis 15 Uhr – wir holten also endlich mal ein paar Souvenirs und vertrieben uns mit ein wenig bummeln die Zeit ^^ Wieder zurück im Hotel starteten wir mit der Vorbereitung unserer Sachen für morgen – dabei mussten wir unser seit 3 Wochen in Besitz befindlichen „Pocket Wifi“ in seine Verpackung und diese in einem Umschlag legen, um ihn am nächsten Briefkasten einwerfen zu können – er geht dann wieder zurück an die Firma, die uns das Gerät ausgeliehen hat. Es hat uns stets gute Dienste geleistet an Orten, wo wir mal dringend Internet benötigt hatten :) Solltet ihr jemals nach Japan reisen – leiht es euch! Wir können es nur wärmstens empfehlen^^ Freundlicherweise hat die Empfangsdame im Hotel uns die Aufgabe abgenommen, das Gerät einzuwerfen, da wir keinen Briefkasten gefunden hatten 😉

Danach stand noch ein kleines Highlight des Tages an – ein letztes Mal im Onsen entspannen! Dieses Mal konnten wir unsere Kameras mitnehmen und mal ein paar Fotos machen, um euch zu veranschaulichen, wie man hier in Japan badet ^^

1) Das richtige Bad auswählen 😉

2) Kleider in einem der Körbe ablegen

3) Erst auf den Hocker hinsetzen, dann den Behälter mit Wasser füllen und sich erstmal abwaschen. Dann Seife und Shampoo auftragen und einwirken lassen. Erneut mit dem Behälter alles abwaschen und ggf. den Duschkopf zur Hilfe nehmen

4) Sauber wie man ist das heiße Becken (Onsen) betreten und für ca 5 Minuten entspannen!

Nach dieser Entspannung zogen wir uns nochmal fürs Ausgehen an und suchten zum letzten Mal einen Takoyaki Stand auf – dort aßen wir besagte Spezialität mit vollstem Genuss; wohlwissend, dass dies vorerst das letzte Mal gewesen ist, wo wir diese Köstlichkeit genießen können.

Von dort aus gingen wir, ebenfalls zum letzten Mal, zu einem Konbini; dem Family Mart. Dort holten wir neben Wasser und ein paar Snacks für heute Abend zusätzlich ein „Magazin“ namens „Weekly Shounen“, welches im Wochenrhythmus neue Kapitel von momentan laufenden Mangas von Zeichnern, die dort ihre Werke anbieten, veröffentlichen. Dieses Magazin hat die Dicke eines Telefonbuchs und kann kinderleicht dazu benutzt werden, um jemanden bewusstlos zu schlagen ^^

Während unsere Gerätschaften wie Smartphone und Tablets noch ein wenig an der Steckdose ihre Zellen aufladen, entladen wir unsere dagegen bei sympatisch durchgeknalltem, japanischem Fernsehen ^^

Wir melden uns dann morgen Abend wieder aus Frankfurt am Main InterCity Hotel, um euch von unserer Rückreise berichten zu können 😉 Wir sagen dann schonmal, wie jedes Mal an dieser Stelle auch,

 

Oyasuminasai~

Damien

Japan Tag 17: Ryokan und Onsen

20. August 2015

Konbanwa und viele Grüße von der Insel – es ist mal wieder diese Zeit :)

Heute ist es nun also angebrochen, das finale Kapitel unserer Japanreise – und es endet mit einem echten Highlight, so wie wir das vor über einem halben Jahr geplant hatten – der Aufenthalt in einem traditionell japanischen Hotel :)

Doch zuerst mussten wir aus unserem Hotel in Osaka auschecken – dabei wurden wie schon berichtet 6000 Yen zusätzlich fällig, da wir in einem Zimmer mit Einzelbetten umquartiert werden mussten – wir bezahlten die Rechnung und nahmen dann unsere sieben Sachen in Richtung Osaka Station. Dort gingen wir zur Shinkansen Ticketreservierung und holten uns zwei Sitzplätze für die Fahrt nach Tokyo. Anders als die letzten Male waren noch sehr viele Plätze frei und wir konnten pünktlich kurz vor 12 Uhr abreisen. Die Fahrt dauerte dann auch exakt 3 Stunden. Als Frühstück hatten wir uns am Vorabend noch Melonenbrötchen, Kit Kat und Jelly Gum besorgt, um die Fahrt zu überbrücken ^^ Während der Fahrt hatten wir schon die Anreise zu unserem Ryokan in Asakusa geplant; dies gestaltete sich recht einfach.

Angekommen in Tokyo Terminal gingen wir also plangemäß zur Yamanote Linie, um nach Ueno zu gelangen. 8 Minuten später in Ueno angekommen wechselten wir dann in die Ginza Metro Linie, bezahlten 170 Yen für die Fahrt nach Asakusa Station und verließen 6 Minuten später die U-Bahn Station. Der Weg zum Hotel war diesmal sehr kurz; nur 300 Meter von der Station entfernt!

Angekommen am Hotel wurden wir zuächst in die Lounge verschoben, da gerade noch ein anderer Hotelgast einchecken musste. Wir warteten also ein paar Minuten und versuchten erstmal, ein wenig zu verschnaufen, da das Wetter erneut sehr drückend war. Dann endlich kam die Rezeptionistin zu uns und bat uns wieder zurück nach vorne zur Theke. Dort wie immer füllte ich ein Formular aus (Name, Vorname, Adresse, E-Mail, Signatur) und wir bekamen erstmal ein paar nützliche Informationen bezüglich des Verhaltens in einem Ryokan^^

Ein Personalmitglied oder Buttler geleitete uns dann zu unserem Zimmer auf der 2. Etage. Dort angekommen zogen wir zunächst unsere Schuhe aus, da man diese auf den Tatami Matten (siehe Beschreibung in den Bildern) nicht verwenden darf, da sie aus Reisstroh gefertigt sind (und obendrein recht teuer^^). Der Buttler zeigte uns noch wie wir im Hotel das Bad benutzen können (siehe ebenfalls Bilder) und überreichte uns abschließend noch die Zimmerschlüssel. Danach waren wir erstmal glücklich, in diesem Zimmer zu sein :)

Passende Yukatas (Kleidung ähnlich eines Morgenmantels) lagen für uns ebenfalls bereit – bei der Hitze kamen diese natürlich gelegen und wir wechselten in diese ^^

Nachdem wir uns wie immer ein wenig häuslich eingerichtet hatten, bereitete ich unseren ersten Tee zu :) Gar nicht so einfach, da der Wasserkocher viele Knöpfe hatte, mit japanischer Beschriftung – irgendwie habe ich es aber dann doch geschafft :)

Wir genossen also unseren ersten, japanischen Tee^^ Kaum zu glauben, aber da es die meiste Zeit seit unserer Ankunft vor 2 Wochen recht heiß gewesen ist, mussten wir überwiegend Wasser trinken – warme Getränke kamen uns dabei nicht in den Sinn 😉

Danach wollten wir dann unser erstes Bad in dem hauseigenen Onsen („heiße Quelle“) nehmen. Dieses befand sich auf der 6. Etage auf der linken Seite. Da Frauen und Männer getrennt baden müssen, wurde in 2 Bäder aufgeteilt, die jedoch alle paar Stunden einmal durchwechseln. Das wird deswegen gemacht, da im rechten Bad eine wunderschöne Aussicht auf dem nahegelegenen Tokyo Skytree Tower ermöglich wird.

Also schnell nochmal auf die Uhrzeiten geschaut und sichergestellt, dass wir nicht plötzlich ins Frauenbad reinlaufen ^^ Wir gingen also auf die 6. Etage und betraten den Badebereich für Männer. Wie in den Bildern oben gezeigt, war der Vorgang ein wenig anders als bei uns:

  • Zunächst Kleidung und Gegenstände in die dafür vorhergesehenen Körbe ablegen
  • Danach den Waschbereich betreten und sich auf den Hocker hinsetzen. Nun die bereitgestellte Holzwanne mit Wasser füllen und im Anschluss über Schulter und Kopf ausschütten.
  • Nun Einseifen und Shampoo auftragen – danach entweder mit einem Duschkopf oder wieder mit der Wanne abwaschen
  • Jetzt erst das Becken mit dem heißen Wasser betreten und sich für ca 5-10 Minuten entspannen

Bis zum vorletzten Schritt hat alles wunderbar funktioniert – es war zwar ein wenig ungewohnt, aber da wir vieles schon aus Manga und Anime kannten, ging letztenendes doch alles gut über die Bühne ^^ Leider hat der letzte Schritt ein wenig Probleme bereitet, denn das Wasser war gefühlte 60 Grad heiß! Zunächst dachten wir, dass dies die für Japaner gewohnte Temperatur sei, doch ich wollte dies einfach nicht glauben und nachdem ich mir bereits die Füße beinahe verbrannt hatte, zogen wir uns an und gingen runter zur Rezeption, um mitzuteilen, dass das Wasser im Bad viel zu heiß sei (Ändern konnten wir das nicht alleine, da das Ein- und Auslassen von Wasser verboten war). Wir erklärten der Rezeptionistin von vorhin, dass wir viel zu heißes Wasser vorgefunden hatten und ob dies normal sei – sie verneinte dies und beteuerte, dass es eigentlich nur maximal 40 Grad betragen sollte. Sie entschuldigte sich und würde sich umgehend der Sache annehmen, damit wir später nochmal das Bad betreten könnten.

Wir gingen also wieder zurück zum Zimmer und gingen dann später nochmal raus, um etwas essen zu gehen. Da wir gelesen hatten, dass man die Yukata Kleidung auch außerhalb des Hotels nutzen könnte, gingen wir so wie wir waren (samt vorgesehenen Holzschuhen) nach unten zum Erdgeschoss. Dort fing uns allerdings die Rezeptionistin ab und erklärte uns, dass diese Bekleidung ausschließlich innerhalb des Hotels zu tragen sei – wir hatten da wohl was falsch gelesen ^^

Nachdem wir unsere Kleidung gewechselt hatten gingen wir dann raus. Relativ nah zum Hotel fanden wir eine Takoyaki Stand und genossen erneut die leckeren Oktopusbällchen ^^ Als Nachtisch suchten wir verzweifelt Kakigori, jedoch hatte der einzige Stand in der Nähe, der dies anbot, für heute nichts mehr verfügbar – Schade!

Wir gingen dann zum Schluss nochmal zu einem Konbini, um uns mit Wasser  und einem anderen Eis, Häagen Dazs, einzudecken :) Auf dem Weg zurück fing es dann wieder mal an zu regnen und wir eilten so schnell es ging in Richtung Hotel.

Wieder angekommen starteten wir einen weiteren Versuch, in den Onsen zu gelangen – dieses Mal hatten wir die rechte Seite nutzen können, da sich die Badezeiten gewechselt hatten. Und welch ein Glück; das Wasser hatte dieses Mal angenehme Temperatur und wir genossen nach über 2 Wochen quasi Dauerwandern mal endlich ein heißes Bad und ließen die Seele baumeln ^^

Nun sind wir wieder im Zimmer und werden noch ein wenig ausspannen – morgen gibt es dann echtes japanisches Frühstück! Wir freuen uns drauf :)

In diesem Sinne,

Oyasuminasai~
Damien

Japan Tag 16: Niemals vergessen

19. August 2015

Hallo liebe Leser, es ist mal wieder Zeit für einen Blogeintrag :)

wie bereits im letzten Artikel angekündigt waren wir heute nicht in Osaka, sondern zu einem Tagesausflug zu einer der bekanntesten Städte in Japan: Hiroshima! Warum wir da waren? Das kann sich vermutlich jeder denken. Aber fangen wir mal an.

Der Tag begann recht früh, da wir heute unser Hotelzimmer wechseln mussten. Unsere Koffer waren bereits gepackt und wir mussten nur noch nach unten zur Rezeption gehen, um diese abzugeben. Daraufhin gingen wir uns zur Osaka Station und versuchten, Sitzplätze für den Shinkansen nach Hiroshima zu reservieren. Dort wurde uns gesagt, dass erneut sämtliche Züge ausgebucht seien und wir doch die nicht reservierten Sitzplätze nutzen sollten. Der Zug ging bereits in 20 Minuten los und angesichts der Warteschlangen am Gleis haben wir die Hoffnung schon aufgegeben, überhaupt noch einen Platz zu erhalten.

Als der Zug „Sakura“ (jap. für Kirschblüte) eintraf, stiegen die Leute vor uns ein. Als wir den Wagon betraten, hatten wir erneut viel Glück und ergatterten 2 Sitzplätze nebeneinander! Wozu dann eigentlich noch reservieren? ^^ Jedenfalls kam daraufhin die Süßigkeitenfrau vorbei, um uns mit Speisen und Getränke zu versorgen. Wir entschieden uns für was richtig gutes: belgische Waffeln ^^ Diese waren erneut aus dem Laden „Manneken“, offensichtlich eine japanische Kette, die belgische Waffeln anbietet :)

Nach nur 1:40 Stunden kamen wir bereits 240 km entfernt in Hiroshima an. Dort schauten wir uns zunächst um, wie wir uns fortbewegen konnten. JR Linien waren hier fast gar nicht vertreten, dafür aber eine Straßenbahn! Und genauso wie ein Busticket für einen Tag gab es dieses auch für Straßenbahnen. Wir suchten einen Weg zu einem Ticketschalter und wurden dank der guten Ausschilderung auch recht schnell fündig. Kostenpunkt: 600 Yen. Damit konnten wir uns dann den ganzen Tag durch die Stadt bewegen :)

Danach fuhren wir mit der Stadtlinie 2 zur Haltestelle „Genbaku Dome-mae“, von wo aus wir direkt unser erstes Ziel besichtigen konnten – den Atomic Bomb Dome. Diese Ruine wurde seit des Atombombenabwurfs am 6. August 1945 um 8:15 Uhr nicht restauriert, sondern als mahnendes Beispiel für kommende Generationen in seinem damaligen Zustand erhalten. Wir wissen nicht genau warum, aber bereits dort, keine 200 Meter vom Hypocenter (Detonationsort der A-Bombe in 600 Meter Höhe) entfernt, kamen uns bereits die ersten Tränen in den Augen – unterbewusst schienen wir also schon zu realisieren, wo wir uns eigentlich gerade befinden…

Wenige Meter weiter fanden wir ein erstes Denkmal – das „Memorial Tower to the Mobilized Students“. Dieses soll an all die Schüler und Studenten ab 12 Jahren gedenken, die während des Zweiten Weltkriegs und der Atombombenkatastrophe ihr gesamtes Leben aufgaben um ihren Land zu dienen. ritti musste hier weinen; ich konnte es gerade noch so zurückhalten…

Die nächste Station war das „A-Bomb Victim Memorial“ – an der Bronzestatue waren mehrere bunte Origami zu sehen – die Bedeutung dazu erkläre ich ein wenig später…

… denn zunächst mussten wir etwas essen gehen, da wir mittlerweile größeren Hunger hatten. Da ritti noch nie in einem KFC gewesen ist, haben wir uns entschlossen, dort essen zu gehen. Die Bedienung war äußerst freundlich und half uns, das passende Menü zusammenzustellen und so konnte ritti auch mal im Genuss von KFC Hühnchen kommen :) Es war jedenfalls lecker!

Wieder draußen fing es nun leider an zu regnen, aber irgendwie passte es auch zu unserer aktuellen Gefühlslage. Irgendwie waren wir seit unserer Ankunft stets traurig. Besser sollte es jedenfalls nicht werden, denn auf der Suche nach dem großen Museum fanden wir zuvor ein Andenken, welches einem Mädchen namens Sadako Sasaki gewidmet war, welche im Alter von 2 Jahren aufgrund der radioaktiven Strahlung der A-Bombe erkrankt und 10 Jahre später im Alter von 12 Jahren an Leukämie gestorben ist. Während ihrer Krankheit hat sie versucht, 1000 Kraniche (Origami) zu falten, was hier ein Symbol des Lebens bedeutet, um allen Betroffenen des Unglücks zu helfen. Nach ihrem Ableben haben ihre Mitschüler einen Aufruf gestartet, ihr ein Denkmal zu widmen, welches ebenfalls stellvertretend für alle aufgrund der A-Bombe gestorbenen Kinder stehen soll. Einfach nur eine traurige Geschichte…

Danach gingen wir zur „Hiroshima National Peace Memorial Hall for the Atomic Bomb Victims“. Diese hat auf der Oberfläche eine Uhr, welche auf 8:15 zeigt – dem Zeitpunkt, wo die Atombombe ausgelöst worden ist.

Im Inneren des Denkmals fand man auf einem Rundweg mehrere Erklärungen zu den Umständen des Einschlags. Demnach detonierte die Bombe in 600 Meter Höhe und zerstörte in einem Radius von 2 km alles, was sich dort befand. Die Nachwirkungen der Bombe sind noch verheerender: die Pilzwolke ging später als „Schwarzer Regen“ bezeichnet runter und kontaminierte selbst Gebiete außerhalb des Wirkungsgebiets erheblich. Die Strahlung, die noch lange Zeit nach dem Abwurf der A-Bombe, nachwirkte, sorgte für Missbildungen und schwere Krankheiten, die teilweise bis heute noch nachhallen.

Im Zentrum der Halle fand man ein Panorama, welches Hiroshima aus dem Sichtpunkt des Krankenhauses in 200 Meter Entfernung vom Hypocenter zeigt.

Auffallend: das Torii (Tor) in der Nähe hatte der Druckwelle und der Hitze standgehalten; der dahinter gelegene Tempel nicht.

Als letztes Ziel für heute stand nun das Museum auf unserer Liste. Dieses war einfach nicht zu übersehen und hatte vor dem Haupteingang ein Friedensdenkmal mit Erklärungen in den wichtigsten Sprachen der Welt verzeichnet, unter anderem auch in Deutsch.

Danach betraten wir das Museum – Eintrittspreis: 50 Yen! (weniger als 35 Eurocent).

Auf der Tour wurden unter anderem Überreste ausgestellt, darunter überwiegend Kleidung und Besitztümer von den Opfern. Ebenfalls wurden (ungefährliche) Überreste von Dachpfannen bereitgestellt, die durch die enorme Hitze von teilweise 4000 Grad Celsius regelrecht geschmolzen wurden. In einer Miniaturansicht wurde das betroffene Gebiet veranschaulicht.

Diese Mauer ist aufgrund der starken Erschütterungen wie ein Berg nach oben aufgebrochen…

Besonders traurig: dieses Dreirad. Ein Junge namens Shinichi Tetsutani, knapp 4 Jahre alt, wurde an jenem Tag in ca 1500 Meter Entfernung auf seinem Dreirad lebensgefährlich verbrannt. Er überlebte zunächst, verstarb aber schon in der darauffolgenden Nacht. Sein Vater wollte ihn nicht alleine in ein Grab legen, so begrub er ihn zusammen mit dem Dreirad nahe des Hauses. 40 Jahre später grub er seinen Sohn aus und übertrug ihn in ein Familiengrab. Das Dreirad grub er ebenfalls aus und spendete es dem Museum…

Am Ende der Tour konnte man sich in einem Tagebuch verewigen, und zwar in seiner Muttersprache. Dem kam ich nach uns so hinterließ ich meine eigenen Eindrücke…

Danach waren wir auch schon am Ausgang – eine Infotafel bedankte sich für den Besuch und entschuldigte sich für die Bauarbeiten in einigen Hallen, da das Museum bis 2018 umgebaut wird.

Wieder draußen war es schon wieder am regnen, aber wie gesagt; das Wetter passte einfach zur Stimmung. Nachdem der Regen ein wenig nachgelassen hat, liefen wir zur nahe gelegenen Straßenbahnstation und warteten auf unseren Anschluss zur Hiroshima Station. Wenige Minuten später kam sie dann auch und wir fuhren zurück. Damit hieß es dann Abschied von Hiroshima zu nehmen – jedoch werden wir den erlebten Tag noch lange in Erinnerung behalten…

19:03 Uhr kam unser Shinkansen zurück nach Osaka. 1:40 Stunden später, gegen 20:45 Uhr, kamen wir dann auch an. Wir gingen neben der Bahnstation noch ein wenig Ikayaki essen (Oktopus in Teigmantel mit Ei und Beilage) und dann erstmal nach Hause, da mir während des Tages in Hiroshima beide Schuhsohlen gerissen sind und beide meiner Füße durchgehend durchnässt waren… Nach einer wärmenden Dusche gingen wir nochmal schnell in einen Konbini, um uns noch mit Wasser und Snacks einzudecken, damit wir morgen für die Reise nach Tokyo und unserem allerletzten Urlaubsziel, einem Ryokan (klassisches, japanisches Hotel) genug Proviant haben werden. Erneut reisen wir mit einem Shinkasen; diesmal jedoch 340 km und knapp 3 Stunden. Wir werden uns dann morgen von dort aus melden!

In diesem Sinne also nochmal zum letzten Mal schöne Grüße aus der Kansai-Hochburg Osaka,

 

Oyasuminasai~

Damien

Japan Tag 15: Von Tempeln und Burgen

18. August 2015

Guten Abend, beziehungsweise guten Tag ^^ Aus Osaka auch heute wieder der dee :)

Da wir in Osaka nur 3 Tage bleiben und dabei nur heute den kompletten Tag in der Stadt selbst verbringen konnten (gestern Anreise aus Kyoto, morgen Ausflug nach Hiroshima anlässlich des Atombombenabwurfs vor 70 Jahren), musste etwas besonderes her – und lange musste wir dabei nicht suchen, denn alles leitete uns auf ein interessantes Reiseziel: dem Osaka Castle.

Ganz kurz zur Geschichte: Früher war Osaka, damals noch unter Naniwa bekannt, die Hauptstadt von Japan. Im 16. Jahrhundert wählte der damalige Imperator, Toyotomi Hideyoshi, Osaka als Standort für seine Burg aus. Von dort aus sollte er alles regieren, jedoch hat sein Nachfolger, Tokugawa Ievasu, das Zentrum der Macht nach Edo, dem heutigen Tokyo, verlegt. Die Burg wurde mehrmals zerstört, unter anderem durch Blitzeinschläge.

Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und wir suchten nach einer Anfartmöglichkeit. Glücklicherweise ist JR in Osaka viel mehr vertreten als in Kyoto und so fanden wir prompt eine Möglichkeit: die JR Osaka Loop Linie bis zur Station Osakajokoen. Wir gingen also zur Bahnstation und suchten uns erstmal Frühstück bzw. Mittagessen, da es mittlerweile schon 12:50 Uhr war. Da wir nochmal Lust auf Takoyaki hatten, suchten wir einen Imbissstand. Wir fanden dieses Mal einen größeren als den gestrigen und holten uns auch gleich eine größere Portion. Wieder einmal war es einfach nur köstlich und wir können jetzt schon sagen, dass das Takoyaki aus Osaka einfach das Beste ist ^^ (Das Klischee, dass die Leute in Osaka sich ständig Takoyaki reinschaufeln, stimmt soweit schon ein wenig, weil neben uns die gesamte Theke voll und hinter uns eine riesige Warteschlange war – verübeln kann ich es ihnen jedoch nicht ^^)

Ittadakimasu!

Nach dieser Stärkung betraten wir dann Osaka Station. Wir gingen zur Osaka Loop Line auf Gleis 2 und fuhren zur Station Osakajokoen. Nach ca. 25 Minuten waren wir auch schon vor Ort. Dort erschraken wir vor dieser Handyproviderwerbung :O WTF Japan…

Danach waren wir auch recht schnell draußen vor der Station und glücklicherweise mussten wir auch nicht weit laufen; der Park der Burg war quasi direkt vor der Station. Ein schöner Anblick war es auf jedenfall. Man beachte im ersten Bild den Kontrast zwischen Wolkenkratzer und Natur ^^

Auf dem Weg zum nächsten Abschnitt kamen wir an einem Baseballfeld vorbei, wo tatsächlich auch noch gespielt wurde.. bei Temperaturen von über 30 Grad und extrem hoher Luftfeuchtigkeit! Naja, hoffentlich ist im Nachhinein niemand kollabiert… wir schwitzen jedenfalls noch mehr alleine schon beim Anblick

Ein wenig weiter durch eine wunderschöne Passage…

… vorbei an obligatorischen, gaijin-freundlichen Ausschilderungen…

… und schon waren wir am Fuße der Burg. Von da aus ging es über eine Brücke rein in den „Vorgarten“ und von da aus noch ein wenig weiter bis auf die nächste Ebene und bis zur äußeren Schutzmauer. Der Anblick war stellenweise echt atemberaubend :)

Auf der Schutzmauer sitzend, bat sich mir ebenfalls ein schönes Bild mit einem Mix aus Alt- und Neuzeit ^^

Auf dem „Marktplatz“ war es erstmal Zeit für eine Abkühlung. Wie immer holten wir uns dazu Kakigori :)

Im Anschluss suchten wir eine Möglichkeit, um ins Innere der Burg zu gelangen. Am Eingangsschalter teilte uns eine freundliche Bedienung mit, dass wir unsere Eintrittskarten selber an einem um die Ecke befindlichen Automaten ziehen könnten. Kosten hierfür: 600 Yen (~4€) pro Person. Wir bezahlten die Tickets und gingen dann gesittet in die Burg ^^

Bevor es aber soweit war, wurden wir vorher nochmal „abgesprüht“. Seht selbst!

Dann endlich standen wir direkt vor ihr: dem Osaka Castle ^^ Dieses erstreckte sich über insgesamt 8 Etagen. Im Inneren gab es einen Aufzug, mit dem wir allerdings nur bis zur 5. Etage gelangen konnten. Die Begleitdame fragte uns dann nämlich auf dem Weg nach oben, ob wir Hitzeprobleme hätten und wir den Rest auch zu Fuß schaffen würden – eine berechtigte Frage bei den Temperaturen ^^

Jedoch schafften wir dies mühelos und der Lohn des Aufstiegs war ein wunderschöner Anblick auf die Stadt Osaka in allen Himmelsrichtungen.

Danach sollte man sich wieder den Weg nach unten bahnen, diesmal jedoch komplett zu Fuß. Natürlich…

Auf den meisten Etagen gab es eine Menge Informationen zur Burg; seine durchlaufenen Epochen und Verwendungszwecke, die Bewohner, die damit geführten Schlachten, etc. Vieles wurde auf größeren Displays visualisiert; unglücklicherweise war das Fotografieren auf fast allen Etagen verboten. Auf den unteren Etagen jedoch war dies wieder erlaubt, und da gab es dann auch gleich ein paar interessante Motive, wie z.b. diesen goldenen Tiger…

… oder eine Miniatur der sich in Konstruktion befindlichen Burg sowie einer alten Landkarte!

Ein besonderes Andenken konnte man sich ebenfalls erstellen lassen: eine persönlich geprägte Münze! Diese kostete 500 Yen für die Münze sowie nochmal 30 Yen für die persönliche Prägung. An einer speziellen Maschine trug man an einem Display seinen gewünschten Text ein und anschließend wurden die Zeichen auf die Münze eingestanzt. Das Ergebnis: unvergesslich!

Danach war es auch so langsam an der Zeit, zu unserem zweiten und letzten Reiseziel für heute aufzubrechen: dem Shitennoji Tempel. Wir gingen also wieder den ganzen Weg zurück zur Station und auch dieses Mal hatten wir wieder das Glück, dass der Zug zeitnah am Bahnhof ankam. Wäre das doch nur bei uns zuhause auch so zuverlässig; ich werde es auf jeden Fall vermissen…

Angekommen an der Station Tennoji nach nur ca. 7 Minuten Fahrt stiegen wir aus und fanden diese interessante Konditorei ^^ Man beachte den Slogan: „Meisterstück Gästeglück“ 😀

Rausgekommen aus der Station viel uns dieser kunderbunte Shop auf. Wir wissen zwar nicht genau, was die auf dem Bild gezeigte Dame bewirbt, jedoch ist es in Japan üblich, auf sein Geschäft ähnlich wie auf einem Trödel- oder Gemüsemarkt lautstark auf sich aufmerksam zu machen – egal wie ^^

Auf dem Weg zum Tempel bekamen wir Durst. Wie immer fanden wir auch an der nächsten Ecke einen Automaten, jedoch wollten wir mal was anderes als immer nur Wasser ausprobieren. Offenbar gab es Fanta, aber diese hier wir einfach nur lecker! Keine Ahnung ob es sie bei uns gibt, aber hier ist sie: Fanta mit Traubengeschmack! Nicht zu süß, erfrischend, weiterempfehlbar! ^^ (Auf der Dose steht übrigens „Ge re – pu“ (Grape) sowie „Fu a n ta“ (Fanta) ) 😉

Nur 600 Meter weiter dann fanden wir endlich den Tempel. Dieser hatte auch seine eigene Anlage mit kleineren Schreinen und einem Park. Leider waren wir bereits zu spät, um den eigentlichen Tempel bis ganz nach oben zu betreten, da es mittlerweile nach 18 Uhr war. Über den gesamten Park konnten wir dennoch laufen und so machten wir noch die ein oder anderen Bilder :)

Der Shintennoji war übrigens dieser hohe Turm ^^

Mittlerweile wurde es auch schon dunkel und wir gingen den Weg zurück zur Station. Zwischendurch boten sich uns wunderschöne Ansichten der Geschäfts- und Wohngebäude :)

Auch überall in Japan auffindbar: kleinere Tempel! Das Symbol dazu, das auf dem ersten Blick wie ein rotiertes sowie gespiegeltes Hakenkreuz (oder Swastika) aussieht, hat hier in Japan lediglich die Bedeutung: „Tempel“. Also nicht wundern, solltet ihr solche Symbole sehen!

Wir sagten dann anschließend „Tschüss“ zu Tennoji…

… und fuhren zurück nach Osaka Station. Dort fanden wir an einem der zahlreichen Ausgänge folgendes, beeindruckendes Wasserspiel sowie einen großen, beleuchteten Platz :) Einfach nur schön!

Für alle Musikfreunde unter unseren Lesern – ein recht großer Musikladen mit dem Hauptaugenmerk auf Gitarren :)

Ein wenig später kurz vor unserem Hotel dann sahen wir noch die Folgen eines Autounfalls – jemand ist jemand anderem hintendraufgefahren! Hoffentlich geht es beiden Beteiligten gut… auch interessant: so gut wie keine Schaulustigen!

Danach gingen wir noch schnell zu einem Kombini, um uns was fürs Abendessen einzukaufen. Es gab wieder Instant Ramen und als Nachtisch Häagen Dazs Eis :) Man gönnt sich ja sonst nichts ^^ Jetzt gleich werden wir uns auch so langsam schlafen legen, da wir morgen den ganzen Tag im ca. 300 km entfernten Hiroshima verbringen werden. Da wir ebenfalls morgen Abend in ein anderes Zimmer müssen, werden wir gleich ebenfalls noch unsere Koffer soweit wieder packen, damit wir morgen alles am Empfang ordnungsgemäß abgeben können, solange wir unterwegs sind :)

In diesem Sinne also wie immer an dieser Stelle,

 

Oyasuminasai~

Damien

Japan Tag 14: Ach Sie schon wieder….

17. August 2015

Einen schönen guten Abend aus dem „Bayern“ von Japan – Osaka ^^

Heute war es also soweit; wir verließen unser Hotel in Kyoto, um nach unserem nächsten Bestimmungsort, Osaka, reisen zu können. Checkout war erfreulicherweise erst um 12 Uhr, so konnten wir noch ein wenig ausschlafen :) Der Checkout an sich verlief problemlos und wir schlenderten mit unseren sieben Sachen zum letzten Mal in Richtung Kyoto Station – schon komisch, wenn man schon wieder eine gewohnte Umgebung verlassen muss… aber so ist das nunmal bei einer Städtereise ^^

Am Bahnhof angekommen, suchten wir unsere Verbindungslinie – diese war die Kyoto Linie in Richtung – Osaka ^^ Recht einfach also :)

Warten mussten wir auch diesmal nicht lange – der Zug stand schon für uns bereit :) Einsteigen und losfahren, so muss das sein! Nach ca. 35 Minuten kamen wir dann auch schon in Osaka an – auch dieser Bahnhof war gigantisch!

Nun suchten wir unser Hotel, das Hearton Hotel Kitaumeda! Laut unseren Unterlagen sollte dieses direkt neben der Bahnstation liegen; genau 400 Meter entfernt! Na sowas nennt man doch mal Luxus ^^ Wir gingen also raus und mussten erstmal Zwangspause machen, da es anfing zu regnen! 20 Minuten später hörte es aber wieder auf und die Sonne begann wieder uns zu braten und zu brutzeln, so wie wir es sonst immer gewohnt waren :3

Wenige Minuten später erreichten wir das Hotel. Am Empfang wurden wir wie gewohnt freundlich begrüßt und mussten unsere Buchungsunterlagen vorzeigen – dabei viel der Rezeptionistin auf, dass wir – im FALSCHEN Hotel seien und zum 1 km entfernten Partnerhotel gehen sollten. Was ist passiert? Wir suchen unsere Hotels stets über Offline Navigation; ritti hatte unser Zielhotel eingegeben und uns dorthin navigiert, leider jedoch zum falschen Hotel! Die beiden Namen waren dabei allerdings sehr ähnlich, also kann man ihm nicht wirklich einen Vorwurf machen ^^ Die Rezeptionistin überreichte uns ebenfalls eine Karte mit Anweisungen zum Auffinden unseres richtigen Hotels – offenbar waren wir nicht die ersten, denen das passiert ist 😉

Nun im richtigen Hotel angekommen überreichten wir auch hier unsere Unterlagen und bekamen mitgeteilt, dass wir erst gegen 14 Uhr einchecken könnten. Da es erst halb eins war, hatten wir also noch genug Zeit, um uns etwas zu Essen zu besorgen. Auf dem Weg zum Hotel ist uns eine „Essensmeile“ aufgefallen, wo gefühlte 50 Restaurants und Essbuden vertreten waren. Da wir in Osaka waren, wollten wir unbedingt Takoyaki essen – leider war besagter Laden geschlossen und wir mussten uns Ersatz suchen. Wir wurden auch recht schnell fündig und so aßen wir erstmal leckeres Ikayaki – es sah aus wie ein Omelette gefüllt mit Speck, war aber Ei, Teig, Tintenfisch und ein frei auswählbarer Belag. Ritti nahm Thunfisch, ich nahm Frühlingszwiebeln. Es war einfach nur eine Köstlichkeit! :3 Ein Gast neben uns an der Theke bot uns sogar Wasser an und schenkte uns auch sogleich zwei Gläser ein – ja, hier ist man noch sehr freundlich gegenüber Ausländern ^^

Nach dem Essen gingen wir noch ein wenig durch die Straßen und schauten uns ein wenig um. Dabei fanden wir u.a. interessante Bars, wo es auch für uns bekannte Biere gab ^^

Kurz vor 14 Uhr kehrten wir also zu unserem Hotel zurück, nahmen unsere Zimmerkarte in Emfang und fuhren rauf bis auf dem 17. Stock, wo sich unser Zimmer befand. Wir betraten das Zimmer und erlebten die erste unschöne Überraschung des Tages: erneut waren unsere Betten nicht getrennt! Zum dritten Mal in Folge! Ein wenig wutentbrannt gingen wir wieder zurück zur Rezeption, um den Sachverhalt zu klären. Dort mussten wir zunächst verständlich machen, dass wir Einzelbetten gebucht hatten und kein Doppelbett. Nach 10 Minuten hin- und her bekamen wir eine Lösung angeboten: Wir erhielten vom 17. – 19. August ein Zimmer mit zwei getrennten Betten und für die letzte Nacht ein Zimmer mit einem Bett und eine Couch, da ansonsten alles überbucht gewesen war. Einziger Wermutstropfen: wir mussten 2000 Yen / Nacht zusätzlich bezahlen; also 6000 Yen für drei Nächte – naja, war uns in dem Moment einfach nur noch egal; Hauptsache getrennte Betten. Wir akzeptierten die Lösung und gingen zu unserem neuen Zimmer auf der 7. Etage. Dort endlich getrennte Betten, wenn auch das Zimmer ein wenig klein ausgefallen war. Naja, es ist Japan hier; für die ist das vermutlich groß genug ^^

Nach all dem hin- und her brauchten wir erstmal ein wenig Ruhe. Ich gönnte mir zunächst eine erfrischende Dusche, schmiss mich in einem gemütlichen, kimono-artigen Morgenmantel…

…und legte mich anschließend ein wenig hin und plante danach schon unsere Tage hier in Osaka. Wir hatten heute noch vor, zu Abend essen zu gehen und einmal mit der Osaka Loop Zuglinie zu fahren, die wie der Name schon sagt die Stadt einmal im Kreis umfährt. Leider viel uns in diesem Moment auf, dass es heftig zu regnen begann und es sollte auch erstmal für ca. 1,5 Stunden so bleiben. Na toll ^^ Uns blieb also nichts weiter als Fernsehen zu gucken und ein wenig weiter zu planen für die kommenden Tage.

Nachdem sich das Wetter beruhigt hatte, gingen wir nochmal los in die Innenstadt, um ein wenig essen zu gehen – dabei stellten wir fest, dass wir offenbar eine Rush Hour erwischt hatten, da sämtliche Läden überfüllt und Leute sogar Schlangen bis auf die Straße gebildet hatten. Erstmal also kein Essen für uns :/ Nach einer geschlagenen halben Stunde dann hatten wir endlich Platz an einem Takoyaki Stand. Dort nahmen wir uns eine Portion Takoyaki (Tintenfischbällchen) und ein Asahi Bier. Neben uns stand plötzlich ein älterer Herr, der sichtlich viel getrunken hatte und plötzlich mit uns eine Diskussion anfing. Wir erzählten ihm, woher wir kamen und dies schien im sichtlich zu gefallen, da er auf einmal nur noch so aus sich raussprudelte wie eine Fontaine ^^ Später kam noch eine junge Japanerin hinzu, die ebenfalls bequatscht worden ist. Kurios: dazwischen kamen ebenfalls zwei junge Japaner vorbei, die ebenfalls eine Portion Takoyaki haben wollten – diese sprachen allerdings mit der Verkäuferin Englisch! Das mag daran liegen, dass man in der Kansai Region von Japan offenbar wirklich niemanden mehr richtig verstehen kann, wenn diese in ihrem Dialekt sprechen. Wie schon erwähnt; ein Vergleich mit Hochdeutsch und Bayrisch ^^

Nach dem Essen gingen wir noch in eine kleine Bar nahe des Standes. Dort fanden wir dann wie vor wenigen Stunden auf den Schildern ersichtlich belgisches Bier^^ Wir waren dann auch mal so frei und gönnten uns jeweils ein Hoegaarden und ein Leffe. Na dann, Kanpai! An alle belgischen Leser dieses Artikels: was haben die Japaner bloß aus unserem Leffe Glas gemacht? 😀 Das hab ich irgendwie anders in Erinnerung^^

Hier auch nochmal die Getränkekarte in Katakana (Silbenschrift). Interessanterweise gab es kein deutsches Bier…

Als letztes stand heute noch die bereits erwähnte Rundfahrt mit der Bahn an. Auf dem Weg zur Station hörte ich ein mir bekanntes Lied, gesungen von einem Straßenmusikanten. Wir lauschten der Musik und gaben dem Künstler auch 120 Yen als kleine Anerkennung ^^ Der Song war „Yume no Naka e“, gesungen von von Enomoto Atsuko und Suzuki Chihiro – aus einem Anime namens „Kare Kano“ aus dem Jahr 1998. Als ich ihn aus der Ferne hörte, war ich jedenfalls höchst erfreut und ließ mich auch ein wenig mitreißen, mitzusingen – das erspare ich euch jetzt aber ^^ Stattdessen ein Bild des Künstlers sowie einen Link zum Lied^^

Danach gingen wir zur Station und fuhren los. Der Zug war auch hier wieder sehr pünktlich; machte aber plötzlich mitten auf der Rundfahrt halt und wir mussten eine Ersatzbahn nehmen. Von dort aus ging es dann aber glücklicherweise wieder zurück zur Osaka Station.

Auf dem Weg nach Hause genießten wir noch ein wenig den Charm Osakas…

.. und dann hieß es auch schon fast wieder – ab ins Bett und Kraft für den nächsten Tag tanken ^^

Achja: wer sich an dieser Stelle über den Titel des heutigen Blogeintrags wundert:

Es hat (mal wieder) mit einem Anime zu tun, diesmal einer aus 2002: Azumanga Daioh! Dieser behandelt unter anderem in einer Folge mehrere Klischees rund um Osaka. Die Austauschschülerin Ayumu Kasuga kommt von Osaka nach Tokyo und wird gleich von der ersten Sekunde an auf ihrer Herkunft angesprochen; dabei glaubt man offenbar, dass die Leute aus Osaka rüpelhaft, laut und hektisch seien, ständig bei Rot über die Ampel gehen und andauernd „Takoyaki in sich reinschaufeln“.

Einer ihrer Mitschülerinnen nimmt das dann zusehr für bare Münze und als Ayumu ihr erklären will, dass es sich dabei vorwiegend um Klischees handelt, wird sie von ihr als „Betrügerin“ abgestempelt, da sie nicht dem typischen Osaka Klischee entspricht. Da besagte Mitschülerin öfter versucht, eben jene Klischeekeule zu schwingen, stoppt sie Ayumu dann schließlich mit den Worten „… ach sie schon wieder…“ (Why the heck?).

Im japanischen Original spricht Ayumu übrigens den (unverständlichen) Kansai-Dialekt, den man hier in Osaka überall spricht. Im Grunde müsste sie in der deutschen Synchronisation tatsächlich bayrisch oder mindestens hessisch sprechen, damit man sie nicht so leicht verstehen kann^^

Soviel also dazu – In diesem Sinne,

 

Schöne Grüße aus der Kansai-Hochburg Osaka :)

Damien